Hickhack um des Ferkels Schwanz

Rot-Grün in Niedersachsen will Verzicht auf Kupieren mit Prämie belohnen - die CDU warnt

  • Von Hagen Jung
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Müssen die Schwänze von Schweinen kupiert werden, um Kannibalismus zu verhindern? Nein, sagt Niedersachsens Agrarminister, bei guter Haltung ist das unnötig. Jetzt wird um eine Prämie gestritten.

Nahezu neun Millionen Schweine, sie bilden ein Drittel aller Borstenviecher Deutschlands, grunzen in Niedersachsen. Fast alle haben einen kupierten, also teilweise abgeschnittenen Schwanz. Er wurde ihnen in frühen Ferkeltagen mit einer Zange gekürzt. Das sei notwendig, damit er im Stall nicht von Artgenossen abgebissen wird, meinen viele Schweinehalter. Das sei Verstümmelung, erwidert Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer von den Grünen.

Abschneidegegner und -befürworter lieferten sich am Mittwoch im Landtag einen Hickhack um des Schweines Schwanz. Bleibt er unversehrt, bekommt der Landwirt pro Tier eine Prämie zwischen 16 und 18 Euro, so wünscht es sich Meyer. Gezahlt werden soll das Geld aus Beihilfen, die das Bundesland von der Europäischen Union für den Tierschutz erhält. »Die Ringelschwanz-Prämie wird bundesweit eine Premiere sein«, freut sich der Minister.

Doch Meyers Pläne begünstigten Beißattacken, wettert...

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