Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Haus im Naturschutzgebiet

Grundstücksverkauf

Grundstücksverkäufer dürfen bauliche Einschränkungen nicht verschweigen.

Beim Makler las Herr K. das Exposé zu einem Hausgrundstück: Das Haus sei zwar etwas heruntergekommen - ein »Handwerkerobjekt«. Es liege aber schön im Grünen, an einem Naturschutzgebiet. K. kaufte es 2010.

Um einen schöneren Blick zu haben, werde er die Garage abreißen und zwei Bäume fällen, teilte er bei den Vertragsverhandlungen mit. Er machte sich ans Werk, bis das Landratsamt ihn stoppte: Das Grundstück liege im Naturschutzgebiet, hier dürfe er überhaupt nichts verändern.

K. focht daraufhin den Kaufvertrag wegen »arglistiger Täuschung« an und gewann den Prozess beim Oberlandesgericht (OLG) Brandenburg (Az. 5 U 50/12). Wie der Verkäufer wusste, habe K. das Haus als Wohnsitz umbauen wollen. Laut Vertrag durfte der Käufer auch sofort Bauanträge stellen. Im Naturschutzgebiet seien aber nicht nur Neubauten, sondern auch alle Änderungen an Bestandsbauten verboten. Nicht einmal den Garten hätte der Käufer frei gestalten dürfen.

Dies habe der Verkäufer arglistig verschwiegen. Wer im Exposé mit der Lage »am Naturschutzgebiet« werbe, müsse die Lage des Naturschutzgebiets zuverlässig klären oder zumindest offenlegen, sie nicht zu kennen.

Ohne zuverlässige Beurteilungsbasis dürfe der Verkäufer nicht behaupten, K. könne das Anwesen frei gestalten. Dann hätte sich der Kaufinteressent bei der zuständigen Behörde erkundigt und bei Auskunft über die Auflagen den Vertrag nicht abgeschlossen. Daher sei der Vertrag nichtig. jur-press/nd

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln