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Die Kraft der Schwachen

Zum Tode des Leipziger Pfarrers Christian Führer

  • Von Hans-Dieter Schütt
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Wann ist eine Revolution friedlich? Wenn man eine brennende Kerze durch den Wind tragen muss. Es bedarf zweier Hände – einer Hand, die trägt, einer anderen Hand, die das Feuer schützt. »Da kann man nicht noch Steine oder einen Knüppel tragen.« So sagte es Christian Führer.

Der Pfarrer der Leipziger Nikolaikirche war ein Mann der brennenden Kerzen, ein Mann des langen Weges. Seit 1982 gab es in seiner Gemeinde Friedensgebete – er hat auf dieser beträchtlichen Strecke, die in den Herbst 1989 führte, just den Montag, das lähmende Zeremoniendatum der SED-Parteiversammlungen, in einen lebendigen Termin des Widerparts verwandelt. Montagsdemo: Überschreitung einer Grenze. Der Staatsgrenze tief im Inneren, die das Denken abschneiden wollte von den Wahrheiten. Die Ausdauer ging bis in den letzten Oktober der DDR hinein, als die Zufahrtsstraßen zur Nikolaikirche abgesperrt, die Verhaftungen »Zuführung« genannt und die Betroffenen raustr...


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