»Perm-36« – Gulag-Museum als 5. Kolonne?

Streit am russischen Ural um eine unbequeme Vergangenheit und die »Verherrlichung ukrainischer Nationalisten«

  • Von Felix Herrmann
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Das Gedenken kann in schwierigen Zeiten in die Krise geraten – das wegen der Ukrainekrise vergiftete Verhältnis zwischen Russland und dem Westen lässt sorgsamer Differenzierung wenig Raum.

Einen Steinwurf vom malerischen Ufer des Flüsschens Tschussowaja entfernt, 2000 Kilometer östlich von Moskau, erheben sich Wachtürme und von Stacheldraht umrankte Palisaden. Seit 1943 existierte ein Gulag-Straflager am Rande des Dorfes Kutschino im Gebiet Perm. Von 1972 bis zum Ende der Sowjetunion saßen hier dann politische Dissidenten ein. Zusammen mit Aktivisten der Menschenrechtsorganisation »Memorial« engagierten sich ehemalige Häftlinge seit Beginn der 1990er Jahre erfolgreich für die Erhaltung des Lagerkomplexes als Gedenkort.

Das unabhängige Museum »Perm-36« ist landesweit und international bekannt. Hunderte Freiwillige beteiligten sich an den Restaurationsarbeiten. Das auf dem Gelände stattfindende politisch-alternative Festival »Pilorama« (Sägewerk) brachte in den vergangenen Jahren Prominenz und Tausende Besucher in den entlegenen Winkel im Uralgebiet.

Die Zukunft von »Perm-36« ist derzeit ungewiss. In die 5. ...

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