Abrakadabra und Hokuspokus

Herfried Münkler hat einen dicken Wälzer über den Großen Krieg von 1914 bis 1918 geschrieben

  • Von Rudolf Walther
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Im Januar warnte ein britischer Fernsehjournalist: Nur ein »kompletter Idiot« könne einen Kriegsanfang feiern. Kriegsfeierstunden gab es bis dato nicht, im Bundestag aber eine Gedenkstunde. Erschienen ist zudem eine Flut von Büchern zum Ersten Weltkrieg. So auch aus der Feder des Berliner Politikwissenschaftlers Herfried Münkler. Sein Buch ist in zweifacher Hinsicht beachtlich. Die Synthese aus einem riesigen Berg von Literatur durch einen Nicht-Historiker ist eine Leistung, die Anerkennung verdient - obwohl Münkler am Thema scheitert. Beachtlich sind auch seine methodischen Pirouetten. Dass Münkler in Interviews den Forschungen von Fritz Fischer, der mit seinem 1961 erschienenen Buch »Griff nach der Weltmacht« eine heftige Kontroverse in der Bundesrepublik ausgelöst hatte, die Zulassung als Proseminararbeiten abspricht, zeugt vom Überleben deutsch-professoraler Hybris, wie sie bei wilhelminischen Flottenprofessoren und eitlen Salon...


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