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Traumhaft fliegen in Farnborough

Luftfahrtmesse setzt Maßstäbe - auch in Sachen Russland-Bashing

Noch bis Ende der Woche bieten die großen Flugzeugbauer Boeing und Airbus sowie nahezu 1500 weitere Hersteller aus Luftfahrt- und Rüstungsindustrie ihre Produkte im britischen Farnborough an.

Die Farnborough International Airshow ist nach der Luftfahrtmesse im französischen Le Bourget die zweitgrößte in Europa. Beide haben die ILA in Berlin, die im Mai die Tore geöffnet hatte, fast ins Abseits gestellt. Auch weil dort durch die permanente Abstinenz von Boeing kein direkter Vergleich mit Airbus möglich ist.

Im Wettrennen der beiden Flugzeugbauer hat Airbus gerade mal wieder die Nase vorn. In Farnborough nahmen die Europäer bisher rund viermal so viele Aufträge entgegen wie der US-Konkurrent. Bislang hat man Verträge und Optionen für knapp 400 Maschinen an Land gezogen. Auftragswert: Rund 60 Milliarden US-Dollar (rund 44 Milliarden Euro). Boeing hat Unterschriften für knapp 100 Flugzeuge und kann mit rund 14 Milliarden Dollar rechnen.

Airbus pries unter anderem ein altbekanntes Langstreckenarbeitspferd an, die A 330. Nun allerdings hat die Maschine neue Triebwerke von Rolls-Royce unter den Flügeln und einige aerodynamische Verbesserungen. Die A330neo ist im Vergleich mit 14 Prozent weniger Sprit je Sitz zufrieden. Die ersten Maschinen sollen im vierten Quartal 2017 ausgeliefert werden.

Boeing kontert mit einer alten Bekannten aus der 737-Serie. In der jüngsten Varianten müssen die Passagiere noch enger zusammenrücken, um vor allem Billigfliegern noch mehr Gewinn zu garantieren. Plus elf Passagiere bringt auch etwas ein. Jedenfalls ist die 737MAX mit bislang gut 2000 Bestellungen von 42 Kunden der bislang erfolgreichste Programmstart in der Geschichte des US-Herstellers.

Wirklich Traumhaftes bietet Boeings allerdings mit dem Dreamliner am Himmel von Farnborough. Die ebenso spektakuläre wie elegante Vorführung der B787-9 - sie ist der zweite Typ aus der Traumserie - ist jedoch weit entfernt von jenen Manövern, die man gewöhnlichen Passagieren zumuten kann. Insgesamt will Boeing in diesem Jahr 110 der 787er ausliefern. Im vergangenen Jahr waren es nur 16. Probleme mit den Lithium-Ionen-Batterien hatten die Flugzeuge an den Boden gefesselt.

Bereits im Vorfeld der Messe war es zu Problemen ganz anderer Art gekommen: Die britische Regierung hatte einem Gutteil der russischen Delegation die Visa verweigerte. Als Begründung musste die »Ukrainekrise« herhalten. Auch so kann man der Konkurrenz das Leben schwer machen. Dabei haben doch Ost wie West bei der Messe so einiges aufzubieten, das künftige »Konflikte« befördert: Militärtechnik steht in Farnborough hoch im Kurs.

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