Die Erinnerung: wie Ungeziefer

»Der menschliche Körper«, ein beeindruckender Roman des italienischen Autor Paolo Giordano über den Afghanistan-Krieg

  • Von Eberhard Reimann
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Der eigentliche Krieg beginnt für die Soldaten erst, wenn sie zur Ruhe kommen, weil die Kampfhandlungen vorbei sind. Der Krieg, der sie Stück für Stück auseinander fallen lässt, ihre Körper, ihre Beziehungen, ihre Leben. Der Krieg, der in ihren Seelen tobt und den sie nicht mehr loswerden, nicht mit Drogen oder Psychopharmaka, nicht mit Fitnessstudio, Sex oder Motocross.

Der Handlungsrahmen für den Roman des italienischen Autors Paolo Giordano ist der Krieg in Afghanistan, mit all seinen Absurditäten und Grausamkeiten. Dabei geht es um die Mutation von Menschen, jungen, die zufällig zusammengewürfelt, im Krieg zu »Männern« werden. Es geht um den Menschen schlechthin, um das, was der Krieg aus ihm macht.

Der äußere Handlungsrahmen der Geschichte müsste nicht unbedingt am Hindukusch, irgendwo auf einem vorgeschobenen Posten italienischer Truppen, angesiedelt sein, um Verwerfungen des »menschlichen Körpers« brutal offenzule...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.