Theater an der Spree

Seit zwei Jahren siedeln Menschen auf der Cuvry-Brache. Manche Anwohner sind genervt

  • Von Andreas Rabenstein
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Die Bewohner der Cuvry-Brache werden ihr Idyll nicht ewig halten können. Es gibt ein Räumungsgesuch. Doch noch wird dort Theater gespielt.

Schöner kann man im Zentrum einer Metropole kaum wohnen. Links leuchten die roten Backsteine der Oberbaumbrücke in der Sonne, rechts schweift der Blick über das Wasser der Spree. Wer am Kreuzberger Flussufer im Zentrum Berlins lebt, hat entweder Geld oder Glück gehabt - oder sein Zelt auf der Cuvry-Brache aufgeschlagen, wie der 37-jährige Martin, der mit Rasta-Locken und nacktem Oberkörper in einer Sandkuhle sitzt und die Wärme genießt.

»Ich bin gerne draußen, hier sind gute Leute und keiner macht uns Stress«, sagt er, lächelt und raucht eine selbstgedrehte Zigarette. Auf dem unbebauten Gelände, das größer ist als ein Fußballfeld, leben seit fast zwei Jahren Aussteiger, Obdachlose und Roma-Familien in Hütten und Zelten, zusammen etwa 100 Menschen.

Inzwischen entwickelte der Ort eine gewisse Prominenz. Touristen aus den zahllosen Kneipen der Umgebung kommen vorbei. Als für den vergangenen Samstag ein Kultur-Happening ange...


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