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Vorurteil für alle

Uwe Kalbe über Anschläge auf Synagogen und Moscheen

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Es ist womöglich naheliegend, den Anschlag auf eine Synagoge in Wuppertal als Ausschlag der Erregungskurve zu betrachten, die die Debatten in den letzten Tagen in Deutschland beschreiben. Doch niemand muss ernsthaft befürchten, dass die Bewertung des Anschlags zu neuer Polarisierung führt; zu einhellig dürfte die Verurteilung über alle Meinungsunterschiede hinweg sein. Was zumindest als Gelegenheit zur Versachlichung betrachtet werden kann. Zur Diskreditierung der Debatte jedenfalls taugt der Vorfall nicht.

Was sich in Wuppertal zeigt, ist der Ausfluss an gewaltbereitem Ressentiment gegenüber Juden und ihrem Glauben - was zu Recht antisemitisch genannt werden muss und Empörung hervorruft. Der Staat hat hier angemessen zu reagieren. Wie er auch auf Gewalttaten gegenüber Moscheen reagieren muss, die in den letzten beiden Jahren sprunghaft zugenommen haben.

Hieran allerdings scheint der Bedarf als weniger dringlich empfunden zu werden. Und leider ist zu vermuten, dass Vorurteile im Spiel sind. Ob der Islam als Integrationshindernis angemessen beschrieben ist, ist gerade ein Konfliktthema für die »Bild«-Zeitung, in deren Kommentarspalten sich die Formulierung fand. Der Ärger sei ihr gegönnt. Doch dass der Islam eine Art kulturellen Nachholbedarf von Muslimen produziert, ist eine These, die vor aller Augen und Ohren in Deutschland immer wieder ausgebreitet wird. Vorurteile gedeihen am besten unter gesellschaftlicher Anleitung. Ihnen folgt unausweichlich das Urteil.

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