Zwischen Ekel und Gänsepelle

Eine Reise entlang des Mauerradweges

  • Von Marlene Göring 
und Christin Odoj
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.

Mit dem Fahrrad entlang der Berliner Grenzgeschichte. Seit über zehn Jahren gibt es den Mauerradweg, einen Geschichtspark auf 167 Kilometern. Wer lebt heute an dieser einmaligen Strecke?

Die Bouchéstraße liegt in der Sonne. Eine Gruppe Jugendlicher rennt ausgelassen über die Fahrbahn, eine Frau schiebt einen Kinderwagen auf die andere Seite. Ist es Ost- oder Westberlin? Keiner blickt nach unten - auf den schmalen Streifen Kopfsteinpflaster mitten im Asphalt: der Verlauf der Berliner Mauer, wie sie hier bis vor 25 Jahren stand. Noch weiter unten, zwischen zwei und drei Meter tief in der Erde, befanden sich damals geheime Schächte. Die dicht besiedelte Grenze zwischen Alt-Treptow und Neukölln - ideal für die Tunnelflucht in den Westen. Wie in der Elsenstraße 40. Dort gruben sich Pfingsten 1962 insgesamt 54 Menschen bis zum Haus gegenüber, drei Tage dauerte das. 2004 wurde der Tunnel bei Bauarbeiten entdeckt und zugeschüttet. Das vom Wanderführer versprochene Schild ist verschwunden, nichts an der glänzenden Fassade des Altbaus erinnert mehr daran.

Weiter in Richtung Südosten, die Kiefholzstraße entlang, schweift...

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