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Manager der Reformation

Georg Spalatin

  • Von Hubert Thielicke
  • Lesedauer: 2 Min.

Die Welt war im Umbruch zu Beginn des 16. Jahrhunderts. Kolumbus hatte eine Neue Welt entdeckt, die Humanisten lehrten ein neues Denken. Dank der von Gutenberg erfundenen Druckerpresse erlangten diese Ideen rasch weite Verbreitung. Und während es der Kirchenobrigkeit 1415 noch gelungen war, den böhmischen Reformator Jan Hus auf den Scheiterhaufen zu bringen, setzte sich nun in Deutschland mit Martin Luther die Reformation durch. Wie war das möglich? Eine Antwort darauf gibt die Altenburger Ausstellung über das Wirken Georg Spalatins, eines Weggefährten Luthers, der jedoch wenig bekannt ist. Obwohl er der politische Kopf der Reformation, »der Strippenzieher« war. Als Beichtvater und Geheimsekretär des sächsischen Kurfürsten Friedrichs des Weisen förderte er seinen Freund Luther. So organisierte er dessen denkwürdigen Auftritt 1521 vor dem Reichstag zu Worms sowie dessen »Entführung« auf die Wartburg. Wohl zu Recht sagte er daher später von sich: »Wenn ich nicht gewesen wäre, nimmer wäre es mit Luthero und seiner Lehr so weit kommen«.

Die Ausstellung im Altenburger Schloss veranschaulicht nicht nur das Wirken Spalatins, sondern informiert auch über die politischen, ideologischen und wirtschaftlichen Hintergründe. Deutlich wird die große Rolle des Kurfürstentums Sachsen im damaligen Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Tätig war Spalatin auch auf wissenschaftlichem Gebiet. Er übte die Oberaufsicht über die Bibliothek der Wittenberger Universität aus und schrieb eine »Chronik der Sachsen und Thüringer«, hier zu sehen, zusammen mit etwa 300 Sachzeugen, darunter die Holzschnittserie Albrecht Dürers zur Geheimen Offenbarung des Johannes mit dem beeindruckenden Bild der apokalyptischen Reiter.

Der vor 530 Jahren geborene Georg Burckhardt, der sich nach seinem fränkischen Geburtsstädtchen Spalt »Spalatinus« nannte, kam 1511 das erste Mal nach Altenburg, wo er vom Kurfürsten eine Stiftsherrenstelle als Einnahmequelle erhalten hatte. Von 1525 bis zu seinem Tod 1545 war er Pfarrer an der Stadtkirche St. Bartholomäi. Als Superintendent spielte er auch eine wichtige Rolle bei der evangelische Kirchenorganisation in der Region.

Hubert Thielicke

»Georg Spalatin - Steuermann der Reformation«, bis 2. November im Residenzschloss Altenburg, Di - So 9.30 bis 17 Uhr, und in der St. Bartholomäikirche, 11 - 18 Uhr.

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