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Dynamo Dresden gewinnt das erste Derby

Die Sachsen feiern einen klaren Erfolg bei Mitabsteiger Cottbus und treiben eine neue Sicherheitsstrategie voran

  • Von Alexander Ludewig, Cottbus
  • Lesedauer: 4 Min.

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Dynamo Dresden klettert durch den 3:1-Sieg in Cottbus auf Platz zwei der 3. Liga. Den Klubs war fast noch wichtiger, dass alles friedlich blieb.

»Es gibt aktuell erstaunlich viele Ähnlichkeiten zwischen diesen doch sehr verschiedenen Klubs«, war am Sonntag im Stadionheft des FC Energie Cottbus zu lesen. Als Gegner zum 2. Spieltag in der 3. Liga war Dynamo Dresden angereist. Vor allem sind es leider traurige Parallelen, die die jüngste Entwicklung beider Vereine aufweisen. Nach dem direkten Abstieg aus der 2. Bundesliga in der vergangenen Saison stand sowohl in der Lausitz als auch in Sachsen ein kompletter Umbruch an: neue Trainer, neue Mannschaft. Die 21 neuen Spieler beim FC Energie werden von Stefan Krämer trainiert, bei Dynamo übernahm Stefan Böger ein Team mit 16 Neuzugängen.

In die neue Liga waren beide Klubs mit einem Erfolgserlebnis gestartet. Cottbus hatte am ersten Spieltag mit 3:1 in Osnabrück gewonnen, Dresden mit 2:1 im Heimspiel gegen die zweite Mannschaft des VfB Stuttgart. Am Sonntagnachmittag vor 14 800 Zuschauern im Stadion der Freundschaft behielten die Gäste die weiße Weste. Dynamo gewann mit 3:1 (3:0), die Tore schossen Dennis Erdmann (9. Minute), Justin Eilers (16.) und Sylvano Comvalius (38.) für Dresden. Leonhard Kaufmann erzielte nach 74 Minuten den Ehrentreffer für Cottbus.

Dynamo lief mit derselben Elf wie beim Auftaktsieg auf, Cottbus’ Krämer stellte aufgrund von Verletzungen und Sperren auf fünf Positionen um - und beide Teams zeigten sofort, dass sie gewinnen wollen. Cottbus hatte zunächst mehr Ballbesitz, spielte aber seine Angriffe nicht druckvoll zu Ende. Nach 24 Minuten hatte Energie nach einer Ecke die erste Torchance, gleich zwei Dresdner mussten auf der Linie klären. Zwei Minuten später wehrte Dynamo-Torwart Ulf Kirsten einen abgefälschten Freistoß von Fabian Pawela ab.

Zu diesem Zeitpunkt lag der FC Energie allerdings schon 0:2 zurück. Weil Cottbus große Probleme in der Defensive hatte, und weil Dresden konsequenter nach vorn spielte. Per Kopf hatte Erdmann den ersten Eckball zur Führung genutzt, Eilers hatte ebenfalls mit einem Kopfball erhöht. In der Folgezeit spielte sich Stürmer Comvalius in den Vordergrund: Nach zwei vergebenen Chancen erzielte er den 0:3-Halbzeitstand. In der zweiten Hälfte bemühte sich Energie zwar, aber der hohe Rückstand und die große Hitze machten den Spielern schwere Beine. Dresden tat nur noch das Nötigste und verwaltete die Führung geschickt.

Es war kein richtig gutes, aber auch kein schlechtes Spiel. Beide Mannschaften bereichern die dritte Liga. Mehr Renommee verschaffen beide Klubs als Traditionsvereine und ehemalige Bundesligisten der höchsten Spielklasse des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) mit Sicherheit. Die ARD-Liveübertragung des Eröffnungsspiels zwischen Osnabrück und Cottbus hatten in der Vorwoche über eine Million Zuschauer verfolgt. Und für volle Stadien bei Heim- und Auswärtsspielen sorgt Dynamo immer.

Nicht wenige befürchten allerdings auch, dass die Liga mit den beiden Klubs auch gefährlicher werde. Mehr Derbys, mehr Sicherheitsspiele. Dresden bekam beispielsweise eine achtmonatige Bewährungsstrafe vom DFB aus der Abstiegssaison mit. Sollten Dynamo-Fans wieder negativ auffallen, dürfen nur 7000 Zuschauer das folgende Heimspiel verfolgen. Das Bemühen, die Probleme mit einem kleinen Teil der eigenen Anhängerschaft durch intensive Fanarbeit zu lösen, kann man dem Verein nicht absprechen.

Und so war auch die SG Dynamo Dresden maßgeblich an der jüngst vereinbarten engeren Zusammenarbeit der sechs Ostklubs in der 3. Liga beteiligt. Nach zwei Arbeitstreffen, bei denen in der Sommerpause in Dresden und Halle/Saale gemeinsame Herangehensweisen in sicherheitsrelevanten Fragen besprochen wurden, veröffentlichten der Chemnitzer FC, Rot-Weiß Erfurt, Hansa Rostock, der Hallesche FC, Cottbus und Dresden vergangene Woche eine gemeinsame Erklärung. Der »finale Entwurf« dazu kam von Dynamo - vielleicht auch, weil der Verein die meiste Erfahrung in diesem Bereich sammeln musste. Ein weiteres Treffen aller Klubs soll noch in diesem Jahr stattfinden, der DFB ist in die Arbeit eingebunden. Ein gemeinsamer Aufruf ging auch an die große Anhängerschaft aller Klubs: »Lasst uns gemeinsam unsere traditionsreichen Duelle zu stimmungsvollen und fairen Höhepunkten in der 3. Liga machen.« In diesem friedlichen Sinne flogen am Sonntag 22 weiße Tauben vor dem Anpfiff in den Sommerhimmel.

Stimmungsvoll blieb es im Stadion der Freundschaft auch: Vor allem die Dresdner Fans sorgten für Derbyatmosphäre. Bei den Cottbusern sprang, nach einer ernüchternden ersten Halbzeit, erst in der zweiten der Funke vom Platz auf die Ränge über: Ihre Elf versuchte sich zu wehren und gab nie auf. Das wurde von den Anhängern honoriert. So gab es trotz der Niederlage noch Applaus. Die Dresdner Spieler tanzten als Tabellenzweiter auf dem Cottbuser Rasen, die Fans auf der Tribüne.

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