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Jetzt schon mehr als 900 Ebola-Tote

Weltgesundheitsorganisation beruft Krisentreffen in Genf ein / Toter in Saudi-Arabien mit ähnlichen Symptomen / Appell von Medizinern: Serum MZapp beschleunigt einführen

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Berlin. Der Ebola-Epidemie sind nach neuen Angaben der Weltgesundheitsorganisation wahrscheinlich bereits mehr als 900 Menschen zum Opfer gefallen. Aus den betroffenen Ländern in Westafrika seien bis zum 4. August insgesamt 1.711 Fälle von Ebola sowie Ebola-Verdacht gemeldet worden. 932 dieser Patienten seien gestorben, teilte die WHO am Mittwoch mit. Bei 603 der Toten sei Ebola bestätigt, bei den anderen wahrscheinlich, aber noch nicht eindeutig nachgewiesen. Mit fast 700 Fällen ist Sierra Leone am stärksten betroffen. Neun Fälle sind inzwischen für Nigeria gemeldet, das bevölkerungsreichste Land Afrikas. Hier wurde inzwischen der zweite Todesfall durch die Tropenkrankheit bestätigt. Nigeria ist nach Guinea, Liberia und Sierra Leone das vierte Land, in das sich Ebola ausgebreitet hat. In Saudi-Arabien starb nach Angaben des Nachrichtensenders Al-Dschasira ein Mann mit Ebola-ähnlichen Symptomen.

In Genf berät seit Mittwochmittag das Notfall-Komitee der WHO über weitere Dringlichkeitsmaßnahmen zur Eindämmung der Epidemie. Von dem zweitägigen Krisentreffen werden neue Notfallpläne zur Bekämpfung der Epidemie erwartet. Die UN-Organisation hatte 100 Millionen US-Dollar für den Kampf gegen Ebola bereitgestellt, die Weltbank 200 Millionen. »Ärzte ohne Grenzen« forderte weit mehr internationale Unterstützung für die betroffenen Länder.

Die Nothilfe-Koordinatorin der Organisation, Anja Wolz, bezweifelte in einem Interview des US-Nachrichtensenders CNN, dass Sierra Leone die tödliche Infektion unter Kontrolle bekommen kann. Die Vorbeugemaßnahmen greifen aus ihrer Sicht noch überhaupt nicht. »Wir haben immer noch ungeschützte Bestattungen, Menschen, die die Beisetzung ohne Desinfektion der Leiche vornehmen«, erläuterte die Krankenschwester aus Würzburg, die in einem Ebola-Zentrum in Kailahun im Osten Sierra Leones tätig ist. Auch versteckten sich immer noch Ebola-Patienten, aus Angst liefen auch ihre Kontaktpersonen davon. Die Virus-Infektion wird über Körperflüssigkeiten übertragen. Die Berührung eines Toten gilt als hoch ansteckend.

Die Direktorin des Deutschen Instituts für Ärztliche Mission (Difäm), Gisela Schneider, warnt Entwicklungshelfer, Missionare und Geschäftsleute dringend vor Reisen in die betroffenen Staaten. »Wer sich dort ansteckt, kommt nicht mehr raus«, sagte Schneider in Tübingen dem Evangelischen Pressedienst. Infizierte könnten nicht damit rechnen, ausgeflogen zu werden. Der Hamburger Tropenmediziner Rolf Horstmann hält das Risiko allerdings für minimal, dass Ebola nach Deutschland eingeschleppt werden könnte.

Nach den Worten der Ärztin ist der Kampf gegen das Ebola-Virus in der afrikanischen Gesellschaft besonders schwierig. Erkrankte dort hätten vor einer Isolierung viel mehr Angst als Menschen in Deutschland. Auch gehöre es dort zur Abschieds- und Totenkultur, die Gestorbenen noch einmal anzufassen oder zu umarmen. Dadurch komme es immer wieder zu Neuansteckungen. Die Kirchen in Westafrika seien gefordert, alternative Abschiedsriten zu entwickeln.

Führende Epidemiologen riefen die WHO derweil dazu auf, vielversprechende Medikamente, die sich noch in der Testphase befinden, beschleunigt zuzulassen. Einen entsprechenden Appell verfassten der frühere Leiter des UN-Aids-Programms und Mitentdecker von Ebola im Jahr 1976, Peter Piot, sowie die Professoren David Heyman und Jeremy Farry. Die beiden ausgeflogenen US-Amerikaner, ein Arzt und eine Missionarin, waren mit dem Serum MZapp behandelt worden und zeigten eine Besserung. Das Mittel wurde bisher nur an Affen getestet. Agenturen/nd

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