USA schicken Billiglohn-Agenten nach Kuba

Spionageaffäre sorgt in Lateinamerika und auch in Washington für Unmut

  • Von Harald Neuber
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Zum zweiten Mal binnen weniger Monate haben US-amerikanische Medien ein Spionageprogramm der staatlichen Entwicklungshilfeagentur USAID in Kuba aufgedeckt.

Eine Enthüllung sorgt nicht nur in Kuba und Lateinamerika für Entrüstung sondern selbst in den USA: Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur AP hatte die staatliche Entwicklungshilfeagentur USAID seit 2009 Jugendliche aus Venezuela, Costa Rica und Peru nach Kuba geschickt, um Gleichaltrige für politische Programme zum Sturz der sozialistischen Regierung anzuwerben. Auch in den USA wächst die Kritik an den verdeckten politischen Programmen der USAID.

Ein internationales Rechercheteam von AP hatte das Programm detailliert rekonstruiert und Teilnehmer befragt. Demnach wurden die Jugendlichen für einen Stundenlohn von 5,41 US-Dollar nach Kuba entsandt. Einige reisten als Touristen, andere als Mitarbeiter von Gesundheitsprogrammen. Sie organisierten unter anderem einen Workshop zur HIV-Prävention, um politische Kontakte zu knüpfen. In einem internen Memorandum der USAID wurde dieses Vorgehen als »perfekter Vorwand« bezeichnet.

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