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Gedenken an Lothar Bisky

»So viele Träume«: Linke erinnern ein Jahr nach seinem Tod an einen außergewöhnlichen Politiker / Ausstellung in Berlin eröffnet Mitte September

Berlin. Politiker der Linkspartei haben den vor einem Jahr verstorbenen früheren Vorsitzenden der Partei, Lothar Bisky, gewürdigt. Mit ihm habe die Linke »einen ihrer Gründerväter, einen warmherzigen, humorvollen und klugen Genossen« verloren, hieß es bei der Bundespartei. Biskys »Träume leben weiter, sein Erbe ist uns Mahnung und Ansporn«. Die Bundesrepublik habe »einen großen Mitgestalter der Gegenwart« verloren, hieß es bei der Linksfraktion im Bundestag. »Europa verlor einen engagierten Kämpfer für das Projekt einer politischen, sozialen und wirtschaftlichen Einigung des Kontinents.« In Erinnerung an Leben und Werk von Lothar Bisky soll am 19. September im Rosa-Luxemburg-Saal im Berliner Karl-Liebknecht-Haus eine Ausstellung mit dem Titel »So viele Träume« eröffnet werden. Unter dem gleichnamigen Titel war 2005 eine Autobiografie Biskys erschienen.

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Der Vorstand des innerparteilichen Forums demokratischer Sozialismus, dem Bisky angehört hatte, erinnerte anlässlich des ersten Todestags von Bisky an dessen Wirken als »weiser und leiser Integrator«. Seine mahnenden und ermunternden Worte blieben in Erinnerung, heißt es in einer Erklärung – ebenso wie der »Auftrag, das von ihm begonnene Werk zu vollenden: Eine erfolgreiche, streitbare und solidarische Partei demokratischer Sozialisten«, welche »eine sympathische Adresse für Bürgerinnen und Bürger« ist. »Lothar, Du fehlst«, heißt es weiter. »Nicht nur uns.«

Lothar Bisky war am 13. August 2013 nach einem Unfall gestorben. Der Verlust des Politikers hatte nicht nur die Linkspartei tief bewegt. An diesem Mittwoch legten Freunde und Weggefährten Blumen am Grab auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin nieder. Bisky spielte in der PDS und später der Linkspartei eine herausragende Rolle – nicht nur politisch, sondern auch menschlich. Er war von 1993 bis 2000 und von 2003 bis 2007 Bundesvorsitzender – in seine zweite Amtszeit fiel die Vereinigung der PDS mit der Wahlalternative. Die daraus hervorgegangene LINKE führte er gemeinsam mit Oskar Lafontaine bis 2010. Bisky gehörte der ersten frei gewählten Volkskammer in der DDR, dem Landtag in Brandenburg sowie dem Bundestag an. Er führte bis 2012 die Linksfraktion GUE/NGL im Europaparlament und war Ideengeber und Vorsitzender der Europäischen Linkspartei. Von 2007 bis 2009 war Lothar Bisky auch Herausgeber dieser Zeitung.

»Die nächsten Prüfsteine« für Biskys Visionen, so das Forum demokratischer Sozialismus, stünden mit den Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg unmittelbar bevor. »Es wäre ganz sicher in seinem Interesse«, wenn in Sachsen die CDU nach 25 Jahren »endlich auf die Oppositionsbank geschickt, wenn in Thüringen mit Bodo Ramelow ein Linker Ministerpräsident und in Brandenburg fünf Jahre Regierungsarbeit von den Wählern für gut befunden und der Regierungsauftrag erneuert würde«. nd

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