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Der Angriff des Monstergehirns

Neue Snowden-Enthüllung über den US-Cyberkrieg

Als US-Wissenschaftler vor zwei Jahrzehnten in einer Studie der RAND Corporation den Begriff »Cyberwar« kreierten, klang das noch sehr nach Science-Fiction, obwohl die Denkfabrik vor allem für das Pentagon produziert. Inzwischen hat die NATO ein Handbuch mit Regeln für einen möglichen digitalen Krieg, aus dem man u.a. lernen kann, dass Hacker durchaus legitime Angriffsziele sein können. Verfasst hat es das »Cyber Defence Centre of Excellence« der Allianz in Tallinn. Auf dem NATO-Gipfel Anfang September wird die künftige virtuelle Kriegführung wieder auf der Tagesordnung stehen. Das US-Militär hat ein eigenes Cyber-Kommando eingerichtet. Als Präsident Barack Obama Ende Mai seine außenpolitische Doktrin umriss, durfte es nicht fehlen. Whistleblower Edward Snowden hat jetzt in einem Gespräch mit dem Magazin »Wired« enthüllt, dass die NSA an einem Programm namens »MonsterMind« (Monstergehirn) arbeite, das automatisiert nach Zeichen für einen Internetangriff aus dem Ausland suchen und Schaden in den USA abwenden soll. Diese Schutzfunktion hat jedoch eine Kehrseite: Die Software sei so konzipiert, dass sie auch angreifen könne, und das ganz ohne menschlichen Befehl.

Ein großes Problem, meint Snowden, da Cyber-Attacken oft über unbeteiligte Drittstaaten geroutet würden. Da könne etwa jemand so tun, als gehe der Angriff von Russland aus. »Und am Ende feuern wir dann auf ein russisches Krankenhaus zurück. Was kommt als nächstes?« Zumal ein solches Programm die »ultimative Bedrohung der Privatsphäre« sei. Denn die NSA brauche dafür den totalen Zugriff auf den gesamten Datenverkehr vom Ausland in die USA - eindeutig ein Verstoß gegen die Verfassung. Die »Washington Post« hat schon vor zwei Jahren über ein 110 Millionen Dollar teures Pentagon-Forschungsprojekt berichtet, um das Internet komplett abzubilden und automatisch Gegenschläge auszuführen. Dass die IT-Krieger längst zielgerichtet angreifen, zeigt die Geheimaktion »Olympic Games«, bei der gemeinsam mit Israel über die Software Stuxnet Steuerungsmodule in iranischen Uranzentrifugen sabotiert und das Teheraner Atomprogramm empfindlich gestört wurden. Hinter dieser »maßgeschneiderten Operation« stand die NSA-Spezialeinheit »Tailored Access Operations« (TAO).

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