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Gypsy-Swing von Monsieur Periné

Junge Band aus Kolumbien spielt im Badehaus in Berlin

  • Von Gabriela Greess
  • Lesedauer: 2 Min.

Sie haben einen mitreißenden Musikstil entwickelt. »Suin à la Columbiana« heißt er, und er feiert die Rhythmen Lateinamerikas, gemischt mit Jazz-Klängen. Monsieur Periné nennt sich die junge Band aus Bogotá, die an diesem Freitag im Berliner Badehaus zu hören ist.

Heißblütige Latin-Percussion verbindet sich hier mit dem romantischen Bandoneon und einem überraschend rasanten Sinti-Gitarren-Sound. Das Debütalbum »Hecho a Mano« des Septetts wurde in Kolumbien aus gutem Grund mit einer »Goldenen Schallplatte« ausgezeichnet und schnell zum Shootingstar-Album auf Youtube. Der temperamentvolle Klangmix zieht alle Register traditioneller Latino-Rhythmen und verschmelzt sie neu: Cumbia mit etwas Samba nebst Tango, aber auch gefühlvolle Boleros und kubanischer Son sind herauszuhören. Songs wie »La Playa« versetzen einen mit heißen Saxophon-Klängen und luftigen Gitarren-Rhythmen in Urlaubsstimmung.

Der charismatische Multiinstrumentalist Santiago Prieto begeistert an der Mandoline wie am Banjo und der Ukulele. Camilo Parra an seiner Seite bläst temperamentvoll in die Flöte, beherrscht aber auch virtuos die Trompete und Klarinette.

Die Band Monsieur Periné hat ein faszinierendes Repertoire an Swing-Rhythmen: »Jazz Manouche« heißt diese eigenwillige Variante, die besser unter dem Namen »Gypsy-Jazz« bekannt ist: Dieser war der erste Jazz-Stil, der in Europa entstand. Kein geringerer als der Gitarren-Virtuose Django Reinhardt (1910-1953) gilt als gefeierter Vorreiter dieser eigenwilligen Rhythmen, die an die Musik der Sinti erinnern und weltweit Verbreitung fanden. Kein Wunder, dass Altmeister Reinhardt aus dem superschnellen Saitensound der kolumbianischen Band mit Nicolás Junca an der Gitarre immer wieder ein wenig herausklingt. Dazu passt auch die Präsentation der Band in fantasievollen Design-Kostümen.

Garantiert steigt die Körpertemperatur, wenn die sieben Musiker mit ihrer charmanten Sängerin Catalina Garcia auf der Bühne stehen. Die zierliche Latina ist der strahlende Mittelpunkt und bringt überraschenderweise auch die französische Sprache mit ein. Sie verzaubert ihr Publikum, wenn sie mit ihrer weichen melodiösen Stimme das Flair vom Paris der 30er Jahre mit dem Ambiente von Kolumbiens pulsierender Hauptstadt Bogotá verbindet. Denn der von Monsieur Periné gefeierte »Jazz Manouche« hatte auch in der Seine-Metropole seine Wurzeln.

Die mal heißblütigen, mal sehr gefühlvollen Rhythmen der Band gehen in die Beine und verführt aufs Schönste zum Tanzen: An einem warmen Sommerabend perfekt, um ins Lebensgefühl des lateinamerikanischen Kontinents einzutauchen und dabei einen Hauch Paris zu spüren.

15.8., 21 Uhr, Badehaus Szimpla auf dem RAW-Gelände, Friedrichshain

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