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Mais in den Galaxien

Ballhaus Naunynstraße

  • Von Janne Lilkendey
  • Lesedauer: 3 Min.

Das Ballhaus Naunynstraße ist seit seiner Eröffnung 2008 vor allem ein Präsentationsort migrantischer und postmigrantischer Künstler und Künstlerinnen. Das Theater gibt Eigenproduktionen, Gastspielen, Festivals, Filmreihen, Konzerten, Diskussionen und Projekten zur Kunstvermittlung Raum. Damit ist es zu einem wichtigen Teil der Berliner Theaterlandschaft geworden. Doch bei der gestrigen Präsentation der kommenden Spielzeit wurde auch klar, dass es, wie bei vielen anderen Spielstätten, finanziell nicht besonders rosig aussieht. Obwohl angeblich gerade viele der kleinen Bühnen so viel für das vielzitierte »kulturelle Flair« der Stadt tun, müssen nächstes Jahr viele Projekte durch Spenden und aus der eigenen Tasche der Künstlerinnen und Künstler finanziert werden. Den Worten der zwei künstlerischen Leiter zufolge, Wagner Carvalho und Tuncay Kulaoglu, musste auch im letzten Jahr das Geld geradezu »zusammengekratzt werden«, da der Kulturhaushalt jährlich schmaler ausfällt. Trotzdem sind die beiden mit der letzten Spielzeit zufrieden. Sie hätten, erklären sie, mit rund 3000 Zuschauern mehr Menschen in die Naunynstraße gelockt als zuvor, und der selbst gesetzten Schwerpunkttätigkeit, den Nachwuchs zu fördern, habe man ebenfalls nachgehen können. »Neue, junge Gesichter« würde man daher auf und hinter der Bühne erwarten können, so hieß es.

Die Spielzeit 2014/15 wird eröffnet mit einer Produktion von Hakan Savas Mican, einer ernsteren Collage, die die Lebenserfahrungen von Kindern der ersten Generation der türkischen Arbeitsmigranten in Deutschland beschreiben will. Das Stück ist eng mit Erfahrungen des Regisseurs und der Schauspieler verbunden. Mican selbst gehört dieser Nachwuchsgeneration an. Premiere ist am 2. September. Als darauf folgende Premiere, am 7. Oktober, ist eine klassische Komödie zum Thema Beschneidung von Regisseur Miraz Bezar und Autor Necati Öziri angekündigt. Des Weiteren sind Performance- und Tanzstücke geplant, »Gazes that matter« von Magda Korsinsky und »Die Ausnahme Episode III« von A+B Tanzbau. Ein Schwerpunkt dieser Spielzeit soll es auch sein, sich vor allem mit der »schwarzen Perspektive« auseinanderzusetzen, etwa in Stücken wie »They are, then we are«, »mais in deutschland und anderen galaxien«, »w, Mitte 20, Single, Berlinerin, sucht: Schwarzen Humor«, und natürlich in der groß geplanten und mit 2500 Euro unterstützten Projektreihe zum Thema »130 Jahre Berliner Konferenz«. Die Berlin-Afrika-Konferenz markierte 1884 den Beginn der umfassenden Kolonisierung des Kontinents. Aufgearbeitet wird das Thema von verschiedensten Künstlern vom 15. November bis 26. Februar mit einer informativen und »performativen« Stadttour und einem »interaktiv gestalteten« Stadtplan im Rahmen der Arbeit der Akademie der Autodidakten. Auch verschiedene Tanzveranstaltungen, Lesungen, Filmabende und Diskussionsveranstaltungen soll es geben. Weitere Stücke, noch ohne festgelegte Premieren, sind in Vorbereitung: »Tableau«, »Gritty Glamour«, »Decolonize Bodies, Minds, Perceptions!« und »Zoon Politikon«.

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