Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Eine Welt ohne Hunger und Armut bis 2030

UNO bereitet neue Entwicklungsziele vor

  • Von Elvira Treffinger
  • Lesedauer: 2 Min.
Die UNO hat den Entwurf einer neuen Agenda für eine bessere und gerechtere Zukunft ausgearbeitet. Erstmals soll es auch Umweltziele geben.

Nach den Millenniumszielen will die Staatengemeinschaft einen großen Schritt weitergehen: Bis 2030 sollen der Hunger in der Welt und die ex-treme Armut vollständig abgeschafft werden. Auch eine umweltverträgliche Wirtschaftsweise steht in dem Vorschlag, den eine Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen für die neuen »Nachhaltigen Entwicklungsziele« erarbeitet hat. Zudem werden nun auch Ziele für Indus-trienationen vorgegeben.

Insgesamt 17 globale Ziele und 169 Unterziele haben Vertreter aller UN-Mitgliedsländer ausgehandelt, am Ende brauchte es eine 36-stündige Marathonsitzung. Der Zielkatalog soll der neue Fahrplan für die ganze Staatengemeinschaft werden. Die im Jahr 2000 vereinbarten Millenniumsziele hatten eine Halbierung des Anteils der Hungernden und extrem Armen an der Weltbevölkerung bis 2015 zum Ziel.

Die Nachhaltigkeitsziele sind für Jens Martens, Geschäftsführer der Denkfabrik Global Policy Forum, eine seltsame Mischung: »Zum Teil sind die vorgeschlagenen Ziele überraschend ambitioniert, zum Teil erschreckend banal.« Als großen Fortschritt hebt er das Ziel des Abbaus der sozialen Ungleichheit vor. Die Kluft zwischen Arm und Reich soll kleiner werden - zwischen den Staaten, aber auch innerhalb der einzelnen Staaten.

Um die Diskussion voranzubringen, liegt der Ball jetzt bei der Ende September tagenden UN-Vollversammlung und bei Generalsekretär Ban Ki Moon. Im September 2015 sollen die Staats- und Regierungschefs die Ziele feierlich bei einem UN-Gipfel beschließen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat als derzeitige G7-Präsidentin die Nachhaltigkeitsziele zu einem Schwerpunkt erklärt. Es müsse sich aber noch zeigen, welche Initiativen die Regierung konkret plant, sagt Martens.

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) begrüßte am Montag den UN-Vorschlag und die ökologische Ausrichtung. »Wir in Deutschland und Europa sollten den Ehrgeiz haben, Exzellenzregion beim Klima- und Ressourcenschutz für nachhaltiges Leben und Wirtschaften zu werden«, sagte Müller. Die Weltgemeinschaft müsse sich auf verbindliche Ziele für eine »neue Balance des wirtschaftlichen Handelns im Einklang mit der Natur« verpflichten.

Indes weist der UN-Entwurf noch Leerstellen auf, bei einer Reihe von Zielen ist die Finanzierung der notwendigen Maßnahmen ungelöst. Daran entzündeten sich heftige Diskussionen zwischen den Vertretern von Industrie- und Entwicklungsländern. Große Streitthemen waren auch das Recht auf sexuelle Aufklärung und Familienplanung, wogegen sich der Vatikan und islamische Staaten stemmten. Martens spricht denn auch von einem brüchigen Kompromiss.

Klaus Seitz vom evangelischen Hilfswerk »Brot für die Welt« sieht als größte Hindernisse beim Erfüllen der neuen Ziele die kriegerische Gewalt in vielen Ländern an. Wenn es nicht gelinge, diese Konflikte einzudämmen, werde auch die Überwindung von Hunger und Armut fraglich. epd/nd

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln