Die Macht, zu bewahren

Im Kino: »Diplomatie« von Volker Schlöndorff

  • Von Tobias Riegel
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Paris war bereits vermint. An zahllosen Brücken der französischen Hauptstadt waren Sprengladungen befestigt, Geschosse zielten auf den Eiffelturm und die Kathedrale Notre Dame. Einmal ausgelöst, hätte diese Feuerkraft die Metropole an der Seine in Schutt und Asche gelegt - gemäß dem Führerbefehl: »Paris muss gehalten werden oder brennen.«

Paris konnte nicht mehr »gehalten« werden: Die Alliierten standen an, die Résistance kämpfte innerhalb der Stadtgrenze. Also niederbrennen. Auszuführen hatte diesen so furchtbaren wie sinnlosen Befehl am 25. August 1944 einer, der sich noch nie verweigert hatte. Militarist bis ins Mark, hatte General Dietrich von Choltitz nach eigenen Worten schon »ein Dutzend Städte zerstört«, hatte bisher noch der schlimmsten Weisung Folge geleistet - bis hin zum Juden-Massaker auf der Krim. Befehl ist Befehl und schließlich ist Krieg. Und so ist von Choltitz auch zur Zerstörung einer unschuldigen Großstadt...


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