Werbung

Abgekapselter Wachstumszwang

Kurt Stenger über eine Nestlé-Investition, die Jobs und sehr viel Müll bringt

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Es gibt unzählige Produkte in der bunten Warenwelt, die unnötig wie ein Kropf sind. Und doch lassen sie sich verkaufen, manche sogar in riesigen Mengen. Das hält den Kapitalismus in Gang, denn Konzerne brauchen Wachstum. Nebenbei bringt das Arbeitsplätze, was die betreffenden Familien freut und auch die Politik. Bei der Eröffnung des neuen Nestlé-Werkes in Schwerin ließen es sich selbst die Bundessozialministerin und der Landesvater Mecklenburg-Vorpommerns nicht nehmen, mit einem Tässchen Dolce Gusto in die Kamera zu prosten: 450 neue Industrie-Jobs - in dem strukturschwachen Land mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein.

Die Tatsache, dass die Kaffeekapselwelt aus Umweltsicht der blanke Horror ist, wurde beim Festakt nicht aufgebrüht. Jedes Portiönchen Kaffee in einen Mix aus Plastik und Aluminium zu verpacken, hat fatale Folgen: riesige Müllmengen, die häufig nicht einmal recycelt werden. Und Aluhersteller sind Mega-Energieverbraucher, deren EEG-Umlage der Normalbürger zahlt. Trotzdem steigt die Kapselnachfrage in Deutschland rapide - allein 2013 um mehr als ein Viertel. Dabei gibt es mit Filterkaffee und Vollautomat weit weniger schädliche Alternativen.

Die Kritik ist bekannt und unbestritten, konkrete Folgen hat sie nicht: Der Wachstumszwang hat sich schon lange abgekapselt.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen