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Flüchtlinge verlassen Hosteldach - Mahnwache bleibt

Berlins Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber wieder geöffnet

Nachdem die letzten Flüchtlinge das Hostel verlassen haben, befinden sie sich nun in kirchlicher Obhut. Für den Abend haben verschiedene Gruppen zu eine Demo gegen die Flüchtlingspolitik des Senats aufgerufen.

Berlin. Die letzten Flüchtlinge haben am Sonntagabend zwar das Dach eines Hostels in Berlin-Friedrichshain verlassen, eine Mahnwache der Unterstützer harrt aber weiterhin vor dem Gebäude aus. Am frühen Montagmorgen waren es in der Gürtelstraße aber weniger als zehn Unterstützer, wie die Polizei mitteilte. In den vergangenen Tagen waren es zeitweilig mehr als hundert gewesen. Die knapp zwei Wochen lang gesperrte Gürtelstraße war noch in der Nacht zum Montag wieder für den Verkehr freigegeben werden.

Vier Flüchtlinge waren am Sonntagabend gegen 19.00 Uhr nach nochmaligen Gesprächen mit der Polizei gemeinschaftlich vom Dach gegangen. Vor ihnen hatten ebenfalls am Sonntag bereits zwei andere Flüchtlinge aufgegeben und das Gebäude verlassen, einer von ihnen war an Tuberkulose erkrankt W. Nach Informationen des Senders »rbb« sollen die Flüchtlinge nun in kirchlicher Obhut sein.

Die Männer, die sich auch lange im Camp auf dem Oranienplatz aufgehalten haben, hatten sich seit vergangenem Sonntag der Forderung des Senats widersetzt, die Unterkunft in der Gürtelstraße zu verlassen. Die Polizei hatte den Zugang zu dem Gebäude abgesperrt sowie den Strom und das Wasser abgestellt.

Unterdessen hat Berlins Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber wieder geöffnet. Vor dem Verwaltungsgebäude in Moabit standen am Montagvormittag zahlreiche Menschen aus Europa, arabischen Ländern, Afrika und Asien, um Asylanträge zu stellen. Wegen des Andrangs mussten sie zum Teil lange vor Absperrungen warten. Sie wurden in Zelten auf dem Gelände mit Getränken versorgt. Zahlreiche Mitarbeiter und Dolmetscher informierten sie und ließen sie zum Teil schon in den Zelten Anträge ausfüllen.

Die Anlaufstelle für Flüchtlinge war am vergangenen Mittwoch wegen zu großen Andrangs geschlossen worden. Sozialsenator Mario Czaja (CDU) hatte von einer »dramatischen Entwicklung« gesprochen. Am Montagvormittag wollte er über die aktuelle Entwicklung informieren. Zu einer Demonstration gegen die Flüchtlingspolitik des Berliner Senats haben verschiedene Gruppen, unter anderem das Bündnis »Blockupy Berlin« für Montagabend, 18 Uhr an der Warschauer Brücke, aufgerufen. nd/dpa

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