Werbung

Nicht plausible Schäden

Versicherungsbetrug

Den deutschen Versicherern werden jedes Jahr Tausende Schäden an Flachbildfernsehern gemeldet. Eine Untersuchung von 1455 Schadenfällen hat jetzt ergeben, dass bei jedem vierten Schaden Ungereimtheiten auftauchten.

Bei der Überprüfung konnte festgestellt werden, dass sich der Schaden nicht so ereignet haben konnte, wie er vom Anspruchsteller geschildert wurde. Hier wurde möglicherweise versucht, einen nicht versicherten Schaden zum Versicherungsfall zu machen, um eine Entschädigungsleistung zu ergaunern.

In den Schadenmeldungen stolpert der Nachbar über ein Kabel und reißt den Fernseher vom TV-Tisch, ein Sektkorken trifft mit voller Wucht auf den Bildschirm und zerstört diesen oder der Fernseher fällt beim Transport so unglücklich, dass er total kaputtgeht.

Alles Schäden, die genauso entstanden sein können. Aber in jedem vierten Fall passte das Schadenbild am Gerät nicht zur Schadenschilderung. Wie ein Schaden entstanden ist, kann ein Sachverständiger leicht überprüfen, indem er den Schadenhergang in einem Versuch nachstellt. Betroffen von versuchtem Versicherungsbetrug sind in erster Linie die privaten Haftpflicht- und Hausratversicherer.

Insgesamt entstehen den Schaden- und Unfallversicherern durch Versicherungsbetrug ein geschätzter Schaden von vier Milliarden. Euro im Jahr. »Wir wissen, dass fast alle unsere Kunden ehrlich sind und diesen Kunden gegenüber stehen wir in der Pflicht, Betrug zu bekämpfen«, sagt Jörg von Fürstenwerth, Vorsitzender der Hauptgeschäftsführung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Mit einem Anstieg gemeldeter Schäden ist besonders dann zu rechnen, wenn technische Neuerungen auf den Markt kommen. Auch im Zuge der zurückliegenden Fußball-WM, zum ersten Mal in 3D ausgestrahlt, haben bei einigen Versicherern die Schadenmeldungen von kaputten Flachbildfernsehern auffällig zugenommen. GDV/nd

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln