Wie vernünftig ist Gewalt?

Christine Schweitzer, Expertin für zivile Konfliktbearbeitung, im Gespräch mit Stephen D’ Arcy, der Pazifismus als extremistisch ablehnt

Stephen D’Arcy lehrt in London Philosophie mit dem Schwerpunkt normative Demokratietheorie. Mit dem Autor des Buches »Languages of the Unheard« sprach für »nd« die Expertin für zivile Konfliktbearbeitung Christine Schweitzer. Sie arbeitet beim Bund für Soziale Verteidigung, verfasste Studien zu Gewaltfreiheit und ist Redakteurin der Zeitschrift »Friedens- forum«.

nd: Warum ist militanter Protest gut für Demokratie?
D’Arcy: Was bewundern wir an konfrontativem Widerstand? Warum gelten die Zapatisten als Verkörperung von Bürgertugend? Vernünftige Militanz praktiziert und ermutigt öffentliche Autonomie - die Selbstregierung von Menschen, die zusammen über das Gemeinwohl und Gerechtigkeit debattieren. Ihr Grundimpuls wird durch den Slogan der Zapatisten »Hier regiert das Volk« ausgedrückt. ArbeiterInnen können öffentliche Autonomie praktizieren, indem sie ihren Betrieb übernehmen; eine indigene Gemeinde kann es tun, indem sie ihre Souveränität über Land verteidigt, über das ein Staat verfügen will. Ich sehe Demokratie als ein auf der Gemeinde basierendes Phänomen, außerhalb von und oft gegen den Staat. Und doch gibt es Fälle, zum Beispiel in Venezuela, wo der Staat manchmal die Selbstregierung von Gemeinden unterstützt. Ich predige keine Dogmen, anarchistische oder andere, über den Staat.

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