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Drohen und Versprechen

Eine Woche vor der schottischen Abstimmung über die Unabhängkeit von Großbritannien werden die Töne immer schriller

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Eine Woche vor dem Referendum zu Schottlands Unabhängigkeit rüsten beide Lager verbal auf: Cameron fleht, britische Banken drohen - und Schottlands Premier verspricht blühende Landschaften nach der Unabhängigkeit.

Edinburgh. Eine Woche vor dem Referendum über die Unabhängigkeit Schottlands von Großbritannien haben beide Lager den Ton verschärft. Schottlands Ministerpräsident Alex Salmond warb in Edinburgh in einem leidenschaftlichen Appell für seine Idee eines unabhängigen Schottlands als Teil einer europäischen »Familie von Nationen«. »Ein Ja ist nicht das Ende, es ist der Anfang«, sagte Salmond am Donnerstag.

Zuvor hatten mit der Royal Bank of Scotland und der Lloyds Banking Group zwei große britische Banken erklärt, sie würden ihre Geschäfte im Falle einer Unabhängigkeit Schottlands unter einer englischen Lizenz weiterführen. Es sei aber gegenwärtig nicht beabsichtigt, Geschäfte oder Personal aus Schottland abzuziehen, heißt es in einer Erklärung des RBS-Vorstandschefs Ross McEwan.

Salmond kündigte eine formelle Untersuchung an, weil die börsenrelevante Information bereits vor der offiziellen Verlautbarung an britische Medien durchgesickert war. »Das ist ein Gesetzesbruch«, sagte der schottische Ministerpräsident. Er machte Quellen im britischen Finanzministerium verantwortlich. Beide Banken hatten in der Finanzkrise 2008 kurz vor dem Zusammenbruch gestanden, häuften riesige Schuldenberge an und sind seitdem teilverstaatlicht.

Salmond erklärte, die Ankündigung der Banken werde keinen Einfluss auf die Steuereinnahmen Schottlands haben, weil für die Unternehmenssteuer die tatsächliche unternehmerische Aktivität, nicht die Registrierung ausschlaggebend sei. Schottland werde nach der Unabhängigkeit eine größere Wirtschaftsleistung pro Kopf haben als Länder wie Großbritannien oder Frankreich.

Umfragen sehen die Nationalbewegung und die Unionisten etwa gleichauf. »Ich bin wirklich nicht in der Lage zu sagen, was in den kommenden Tagen passiert«, sagte der Chef des Meinungsforschungsinstituts YouGov, Peter Kellner, am Donnerstag in London. »Alles, was man sagen kann, ist, dass es Kopf an Kopf ist.« In den vergangenen Wochen habe es eine deutliche Bewegung Richtung »Yes« zur Unabhängigkeit gegeben. Allerdings sei auch ein Umschwung im letzten Moment möglich. dpa/nd

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