Frühe Bildung vorenthalten

Statt ihr Kind in eine Tagesstätte zu schicken, wählen bildungsferne Eltern überdurchschnittlich häufig das Betreuungsgeld.

  • Von Thomas Gesterkamp
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Wer sein Kleinkind nach der Elternzeit nicht öffentlich betreuen lassen, sondern weiterhin selbst versorgen will, hat seit August 2013 Anspruch auf staatliche Unterstützung. Inzwischen bekommen Familien 22 Monate lang monatlich 150 Euro Zuschuss, anfangs waren es 100 Euro. Das von der CSU gegen die Widerstände der Opposition und Teile des eigenen politischen Lagers durchgesetzte Betreuungsgeld zeigt nun jene Folgen, vor denen Kritiker stets gewarnt haben. Der finanzielle Anreiz hält einkommensschwache Familien und vor allem Haushalte mit Migrationshintergrund davon ab, ihren Nachwuchs in Kindertageseinrichtungen unterzubringen. Was Ende Juli bereits vorab an die Medien durchsickerte, wird durch den kürzlich veröffentlichten Bericht bestätigt.

Zuwanderer sollten möglichst schnell Deutsch lernen, fordern Politiker regelmäßig in Sonntagsreden. Das Betreuungsgeld bewirkt eher das Gegenteil, es behindert die Integration. Denn dadur...


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