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Sogar der eigene Trainer ist beeindruckt

Die deutschen Volleyballer feiern den sechsten WM-Sieg in Serie und stehen kurz vor dem Einzug in Runde drei

  • Von Thomas Wolfer, Katowice
  • Lesedauer: 2 Min.

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Den deutschen Volleyballern fehlt bei der WM in Polen noch ein Sieg zur Qualifikation für die Runde der besten Sechs. Die Chancen auf eine Medaille werden immer größer.

Nach der Machtdemonstration gegen den bisherigen Angstgegner fehlten Vital Heynen fast die Worte. »Das war schwer beeindruckend und in den ersten beiden Sätzen unser bestes Volleyballspiel der letzten drei Jahre«, sagte der Bundestrainer. Mit 3:1 (25:16, 25:15, 23:25, 25:17) siegte die deutsche Nationalmannschaft gegen Bulgarien, damit wird der Traum von der ersten WM-Medaille seit 44 Jahren immer realistischer. Nur noch ein Sieg fehlt der Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) zum Einzug in die letzte Gruppenphase, an der nur noch die besten sechs Teams teilnehmen. Dieser muss am Sonnabend gegen Russland oder einen Tag später gegen Kanada eingefahren werden. »Natürlich denken wir, dass wir die Medaille gewinnen können«, sagte Heynen, der das Ziel vor dem Turnier ausgegeben hatte.

Die Mannschaft strotzte gegen Bulgarien vor Selbstvertrauen. Dabei hatte es bei Olympia 2012 und der EM 2013 zwei bittere Niederlagen gesetzt: Jeweils im Viertelfinale hatten die Bulgaren Deutschland aus den Turnieren geworfen - doch nicht in Katowice. Der überragende Georg Grozer, mit 20 Punkten Topscorer, führte die DVV-Auswahl zu einem nie gefährdeten Sieg. »Meine Mama und meine Kinder saßen heute auf der Tribüne, da musste ich gut spielen«, sagte Grozer.

Mit zwölf Punkten liegt Deutschland in der Gruppe F vor den abschließenden Begegnungen auf Rang drei, der zur Qualifikation für die nächste Runde berechtigt. Davor liegen Brasilien (15) und Russland (14), dahinter lauert Kanada (10). Läuft alles wie erwartet, verliert Deutschland wohl gegen Russland und Kanada gegen Brasilien. Danach würde es am letzten Spieltag zu einem echten »Endspiel« zwischen beiden Teams kommen. »Natürlich wollen wir beide Spiele gewinnen«, sagt Außenangreifer Sebastian Schwarz. Doch Goldfavorit Russland dürfte ähnlich wie Brasilien zum Auftakt (0:3) eine Nummer zu groß sein. »Nur wenn wir unsere beste Leistung zeigen, haben wir eine Chance. Sie sind in allen Bereichen sehr stark«, sagte Grozer.

Verstecken muss sich die deutsche Auswahl aber nicht. Nach sechs Siegen in Serie gehört sie spätestens jetzt zu den Kandidaten für die vorderen Plätze. »Ich spüre, dass die Mannschaft sehr ausgeglichen ist. Sie weiß, wie es geht«, sagte Heynen und lobte seine Profis: »Wie die Jungen mit dem Druck umgehen, ist super.«

1970 hatte die DDR mit Gold in Bulgarien die bislang einzige WM-Medaille gewonnen. Vor vier Jahren reichte es in Italien zu einem ordentlichen achten Platz, nun scheint das erfahrene Team bereit für den nächsten großen Schritt. »Bei uns waren mehrere Spieler beeindruckend«, sagte Heynen. Er kann sich auf das Kollektiv verlassen, ist nicht von einzelnen Akteuren abhängig. SID/nd

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