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Wir leben in einer durchgeknallten Welt

  • Von Raul Zelik
  • Lesedauer: ca. 12.0 Min.

Triebhaft böse Islamisten in Irak und Syrien bedrohen unsere Zivilisation, behaupten westeuropäische Intellektuelle. Unser Autor widerspricht diesem vereinfachten Denkschema mit Verweis auf die Aktualität der »Dialektik der Aufklärung« von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno. Er lenkt den Blick auf die bürgerlichen Verhältnisse in der westlichen Welt.

Während der »Islamische Staat« in Irak und Syrien vorrückt und seine Macht durch immer abgestumpftere Gewalthandlungen zu zementieren versucht, schreiben europäische Intellektuelle an einer Verteidigungslinie. Wie schon nach den Anschlägen im September 2001 errichten sie diese entlang der Erzählung »Zivilisation« vs. »Barbarei«. Der niederländische Schriftsteller Leon de Winter beispielsweise schreibt in der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung«, das triebhafte »Böse« sei für das fundamentalistische Grauen verantwortlich. Sprich: Es ist der nicht ausreichend kulturalisierte, zu wenig durch moderne Staatlichkeit regulierte, animalische Mensch, der hier killt.

Das »triebhafte Böse«

»Diese Männer«, tönt es bei de Winter fast schon ein wenig patriarchatskritisch, »haben alle zivilisatorischen Hemmungen abgelegt, können ihren primitivsten Bedürfnissen und Impulsen nachgeben. Sie haben die ultimative Befreiung erreicht. Weil sie völlig...


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