Bildung als Verdrängungswettbewerb

Der OECD-Bericht »Bildung auf einen Blick« entlarvt das falsche Versprechen des sozialen Aufstiegs und sich selbst

  • Von Isidor Grim
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Einmal im Jahr bringt die westliche Welt ihre Bildungsindustrie zum TÜV. Das ist die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris. Sie errechnet das volkswirtschaftliche Preis-Leistungs-Verhältnis unserer Schulen und Hochschulen, etwa 40 Länder werden nach Aspekten der Bildungsorganisation, Bildungsbeteiligung, Bildungsinvestitionen und Bildungserträge abgeklopft. »Soziale Mobilität« ist das diesjährige Schlagwort, also das, was in den schlechten alten Zeiten noch Klassenkampf hieß und heute im Rahmen globalisierter Konkurrenz als Maß dafür dient, wie gut oder schlecht »Humanressourcen« erzeugt und genutzt werden.

Der diesjährige OECD-Bildungsbericht zeigt, dass das Versprechen, durch bessere Bildung sozial aufsteigen zu können, nicht gehalten wird. Noch immer haben vergleichsweise wenige Menschen in Deutschland einen tertiären Abschluss (ein abgeschlossenes Studium oder einen Meistertitel), ...


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