Marlene Göring 20.09.2014 / Reise

Passage in die alte Welt

Paris-Berlin in einer Nacht und zwei Jahrhunderten

Die Luft auf dem Bahnsteig summt vor Stimmen. Aber Abschiede sind sprachlos. Verkommen zu »Hast du alles?« - »Ja.« »Ruf an, wenn du angekommen bist.« - »Ja.« Die schönsten Abschiede brauchen keine Worte. Eine junge Frau sieht sich um, niemand ist hier, dem sie eine Floskel oder eine Umarmung zuwerfen könnte. Sie streicht sich stattdessen selbst durch die langen Haare. Ihr Zug ist gerade eingefahren. Er bringt sie von einer europäischen Hauptstadt in die andere, in einer Nacht. Es ist nur eine kleine Etappe für sie, die von der anderen Seite des Planeten gekommen ist. Hierher, in »die alte Welt«, wie sie sagt.

Reisen, das heißt heute die Distanz zwischen A und B überwinden. So schnell wie möglich und so, dass man sie möglichst nicht bemerkt. Reisezeit ist ein Verlustgeschäft. Echten Reisenden begegnet man am ehesten dort, wo die Menschen aus der Zeit gefallen sind: im Nachtzug. Vielleicht trifft man sie nur noch da.

Paris...

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