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Aktienmärkte lassen Reiche reicher werden

Einer Reichtumsstudie der Allianz zufolge wuchs das weltweite Geldvermögen im Jahr 2013 um fast zehn Prozent

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Das billige Geld der EZB verschaffte der Allianz zufolge den Haushalten in den Krisenländern Erleichterung. Profitieren konnten aber nur die Vermögenden.

So reich wie in Nordamerika ist man nirgendwo sonst auf der Welt. 114 250 Euro beträgt das durchschnittliche Geldvermögen nach Abzug der Steuern dort. Dies geht aus dem diesjährigen »Global Wealth Report« der Versicherer der Allianz hervor. Demnach wuchs das private Geldvermögen in Nordamerika vergangenes Jahr um 11,7 Prozent an. Der Reichtum dort hat aber auch seine Schattenseiten: Nirgendwo sonst in den entwickelten Ländern ist auch die Schere zwischen Arm und Reich so weit auseinander gegangen wie in den USA seit Ausbruch der Finanzkrise.

118 Billionen Euro konnten die Reichen weltweit ihr Eigen nennen. Bei einer Zuwachsrate von 9,9 Prozent vermehrte sich ihr Vermögen im Jahr 2013 so schnell wie seit dem Jahr 2003 nicht mehr. Der Grund für dieses schnelle Wachstum sind den Volkswirten der Allianz zufolge steigende Aktienkurse in Japan, den USA und Europa. So erzielte das in Form von Wertpapieren gehalten Vermögen weltweit ein Plus von 16,5 Prozent, was sogar mehr als in den Jahren unmittelbar vor Ausbruch der Finanzkrise war.

Diese vermehrte Spekulation ist unter anderem auch eine Folge der expansiven Geldpolitik der Notenbanken. Besonders deutlich wird dies immer, wenn eine Entscheidung einer Notenbank ansteht. Zuerst warten die Aktienmärkte ab. Wenn zum Beispiel der Rat der Europäischen Zentralbank mal wieder die Zinsen gesenkt hat, dann steigt meist auch wieder der deutsche Aktienleitindex DAX.

So ganz positiv sehen die Experten der Allianz die Politik des billigen Geldes jedoch nicht. Schließlich rentieren sich dadurch Spareinlagen bei der Bank oder Lebensversicherungen nur noch kaum. Für die deutschen Haushalte bezifferten sie die Zinsverluste der letzten fünf Jahre auf im Schnitt 281 Euro pro Kopf. Hier räche sich »für die deutschen Sparer ihre hohe Affinität zu (Sicht)einlagen«, heißt es im Reichtumsbericht. Doch wuchs auch in Deutschland das Bruttogeldvermögen im vergangenen Jahr um vier Prozent an - auf mittlerweile 5153 Milliarden Euro.

Gleichzeitig verschaffte die derzeitige Geldpolitik »den privaten Haushalten in den Krisenländern wie erhofft Entlastung«. Diese Entlastung ist jedoch sehr ungleich verteilt. »Krisenbedingte Rückschläge scheinen vor allem die kleinen und mittleren Vermögen zu treffen, nicht so sehr die großen«, schreibt die Allianz. So sei in den von der Krise betroffenen Staaten wie Griechenland, Irland, Spanien oder auch Frankreich der Anteil des reichsten Zehntels am gesamtgesellschaftlichen Vermögen »kräftig gestiegen«.

Nicht nur innerhalb, sondern auch zwischen den Ländern wuchs der Abstand zwischen Arm und Reich. So hängten die Reichen Nordamerikas die Reichen Westeuropas ab. Lag das europäische Nettogeldvermögen pro Kopf in der ersten Hälfte der 2000er Jahre noch bei rund der Hälfte des amerikanischen Niveaus, so beträgt es mittlerweile nur noch 42 Prozent. Gerade die US-Amerikaner zocken auch lieber an der Börse, als ihr Geld auf dem Sparbuch anzulegen. 54 Prozent ihres Geldvermögens stecken sie in Aktien und Wertpapiere, aber nur 13 Prozent geben sie der Bank.

»Weltweit wächst in den Händen weniger Menschen - häufig ohne Leistung - ein perverser Reichtum«, kommentierte der stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Dietmar Bartsch, die Allianz-Studie. So sei das Finanzvermögen in den letzten drei Jahrzehnten »dreieinhalb Mal so schnell gestiegen wie die Wirtschaftskraft«. Und auch in Deutschland gehe »die Schere zwischen Arm und Superreich immer weiter auseinander«, führt Bartsch weiter aus.

Seine Partei fordert deshalb unter anderem die Einführung einer europaweiten Millionärssteuer. Denn wer die Armut wirksam bekämpfen wolle, der müsse Reichtum begrenzen. »Aber die Politik verweigert sich bisher«, so Bartsch.

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