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Chapeau.

Sarah Liebigt sammelt Münzen fürs Phrasenschwein

»Wir müssen investieren. Und wir müssen konsolidieren.« Applaus.

»Es gibt zu wenig behindertengerechte Wohnungen und die Fahrstühle in U- und S-Bahn funktionieren oft nicht, was wollen Sie da machen?« - »Das ist und muss ein Thema der Politik sein.« Applaus.

»Wohnen wird exklusiv in manchen Stadtteilen.« Applaus.

Landeschef Jan Stöß, Stadtsenator Michael Müller und Fraktionschef Raed Saleh stellten sich am Dienstagabend der Basis der Berliner SPD. Verfolgte man die Beifallsbekundungen dieser dem Mitgliedsbuch nach angeblich politisch irgendwie interessierten Menschen, muss man sich fragen, ob diese Menschen wissen, dass die Partei, der sie angehören, seit 25 Jahren ununterbrochen an der Berliner Regierung beteiligt ist.

Einem SPD-Politiker dafür Applaus zu spenden, dass es ihn umtreibt, wenn Menschen aus ihren Kiezen verdrängt werden, ist absurd. Wissen die, dass der Mensch, der da am 11. Dezember zurücktritt und der Gentrifizierungsgegnern immer mit der Parole »Berlin verändert sich halt« antwortet, wie sie das Buchstabenkürzel Es Peh Deh auf dem Parteibuch stehen hat? - Dieses Lied von der Veränderung singt übrigens auch einer der Drei.

Sicher, eine Politikerrede ohne Phrasen gibt es nicht. Aber eine Parole wie »Wir dürfen kein Kind zurück lassen!!« kann doch eigentlich nur frenetisch bejubeln, wer mit glänzenden Augen und der Maß Bier im Festzelt an der Isar sitzt.

Kluge, richtige Sätze sind gefallen am Dienstag. Konkrete Ansagen fernab des Schwadronierens, die nach Rotem Rathaus klingen. Aber ob die Basis das gehört hat?

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