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Verwalter, hört die Signale

Sarah Liebigt plädiert dafür, Sinnleeres mit Sinn zu füllen

422 000 Euro muss die Flughafengesellschaft für die Wartung und die Betriebskosten der Gebäude am BER zahlen.

Die doppelte Summe hat die Lottostiftung Berlin Mitte der vergangenen Woche an das Berliner Ensemble vergeben, damit Herbert Grönemeyer dort den »Faust« vertonen kann.

Im Vier-Sterne-Hotel Steigenberger in der Geisterstadt namens Willy-Brandt-Airport laufen Menschen durch die 31 Suiten und 322 Zimmer, drehen Wasserhähne auf, öffnen Fenster und wischen Staub.

In Berlin schickt Sozialsenator Czaja Rauchsignale und bittet in den anderen Senatsverwaltungen erneut darum, man möge ihm doch mit Personal aushelfen, damit sein Haus sich endlich der in die Hauptstadt strömenden Flüchtlinge annehmen kann.

Was all das miteinander zu tun hat? Die Flüchtlinge sollen in das Hotel ziehen, dann kann Familie Steigenberger das Geld für menschliche Belüftungsanlagen sparen und stattdessen Köche anstellen, die die endlich angereisten Gäste verköstigen. Die S-Bahn fährt, in den umliegenden Gebäuden sind Räume frei für Sprachunterricht usw. Im Gespräch mit gelangweilten Feuerwehrleuten und Rettungssanitätern könnten die Menschen auch viel lernen über ihr neues Zuhause, über deutsche Realsatire zum Beispiel. Humor ist, wenn man trotzdem lacht.

Und Kultur gibt’s auch: Grönemeyer kann vor Testpublikum seine Proben abhalten. - Wobei das nun wirklich zu viel verlangt wäre. Von den Flüchtlingen.

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