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Garten-verrückt in Thüringen

Die kleine Stadt Schmalkalden richtet die LAGA 2015 aus - vor dem anstehenden Winter, der noch manche Schwierigkeit bringen kann, arbeitet man auf Hochtouren

  • Von Danuta Schmidt, Schmalkalden
  • Lesedauer: 3 Min.

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Nur knapp 20 000 Einwohner hat Schmalkalden in Thüringen, im kommenden Jahr findet dort die Landesgartenschau (LAGA) statt. Wie bereitet sich die kleine Stadt auf dieses Großereignis vor?

Im südthüringischen Schmalkalden stehen im kommenden Jahr Gartenfreunde Schlange, wenn die dritte Landesgartenschau des Bundeslandes am 25. April eröffnet wird. Das jedenfalls wünschen sich nicht nur die die Organisatoren. Und tatsächlich: Dass die Thüringer Garten-verrückt sind, weiß man nicht erst seit der 1. Landesgartenschau in Pößneck im Jahr 2000. Allein die Internationale Gartenbau-Ausstellung in Erfurt, der Rennsteiggarten Oberhof oder die Parks und Gärten der Kuranlagen von Bad Langensalza zeugen von einer langen Tradition im Garten- und Landschaftsbau.

Schmalkalden erweist diesen Nachbarn mit seinen sechs Botschaftergärten alle Ehre und setzt 2015 auch auf eigenes Potenzial. Als Hochschulstandort bringt Schmalkalden (FH Schmalkalden) zusätzlich innovatives Know-how aus dem akademischen Bereich mit. So legen Studenten gemeinsam mit Schülern einen Energiegarten an, in dem es unter anderem um erneuerbare Energien aus Pflanzen geht. Doch Biotope und Parks entstehen nicht über Nacht. Die Vorbereitungen für die Gartenbauausstellung laufen in Schmalkalden seit 2010, vor dem anstehenden Winter arbeitet man auf Hochtouren. Denn so ein Winter kann in Südthüringen ziemlich ungemütlich werden: Blitzeis, Frost, Temperaturen unter Minus 20 Grad. Zwar wurden seit 2012 ausschließlich winterharte Stauden in die Erde gebracht, aber erst im Frühling wird man sehen, wie standhaft diese Pflanzen wirklich sind. Der letzte Winter tat dem Projekt gut, er war einer der mildesten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Es gibt in Schmalkalden vier Areale auf 13 Hektar Land, die im kommenden Jahr bespielt werden. Sie reihen sich wie Perlen einer Kette aneinander und sollen bei einem Zwei-Stunden-Spaziergang erlebbar sein. Drei ehemalige Industriebrachen wurden rekultiviert und zu grünen Parks umgestaltet. Vor allem der Umbau des Flussbetts der Schmalkalde hat dabei einen hohen urbanen Wert. »Natürlich war das ein Spagat zwischen naturnahem Gewässerausbau und dem dringenden Thema Hochwasserschutz« sagt Baukoordinator Thomas Messerschmidt. Die alten Spundwände auf der Südseite der Schmalkalde wurden entfernt, das Flussbett verbreitert und das Ufer terrassenförmig angelegt. Sitzstufen führen zum Wasser hin. Von der neuen Brücke, jetzt doppelt so lang wie die alte, eröffnet sich der Blick auf eine kleine Insel.

Das, was eine Stadt, die für ihre GERMINA-Langlauf-Skier weltberühmt war, lebenswert macht, wird in den Parks herausgearbeitet: Es entstanden Plätze zum Erholen, Treffen, Kommunizieren, Spielen. Nach einem Spaziergang durch die mittelalterliche Fachwerkstadt, die in das Gartenschaugelände integriert wurde, erreichen die Besucher das vierte Gebiet der Schau: das Schloss Wilhelmsburg von 1590. Die vollständig im Stil der Renaissance erhaltene Außenanlage gilt als einzigartig in Deutschland. Hier wurde der Terrassengarten neu erschlossen und nach einem Entwurf aus der Renaissancezeit gestaltet. Allein 12 000 Buchsbäumchen bilden die Ornamente des Pflanzmusters.

32 Millionen Euro fließen mit der Landesgartenschau in die angelegten Projekte zur Stadtentwicklung im thüringischen Schmalkalden. Zwar wurden die Investitionsmaßnahmen EU-weit ausgeschrieben, aber am Ende sind viele einheimische Firmen im Boot: Landschaftsbaubetriebe aus Erfurt und Schmalkalden, eine Hochbaufirma aus Floh-Seligenthal und eine Stahlbaufirma, die zum Beispiel die Umfassungen der Beete realisiert.

80 Prozent des Finanzbedarfs kommen aus Landesmitteln und aus dem Europäischen Fond für regionale Entwicklung. 20 Prozent der Mittel übernimmt die 20 000-Einwohner-Stadt mit Unterstützung des Landkreises. »Das ist ein ganz schöner Batzen für den kleinen Ort« sagt Baukoordinator Messerschmidt. Aber er denkt an das, was sich entwickelt und was danach bleibt. Dabei zeigt er auf den neuen Spielplatz im Viba-Park.

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