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Der Muslim, dein Nachbar

MEINE SICHT

  • Von Marlene Göring
  • Lesedauer: 2 Min.

Was für ein Gotteshaus! Wunderschön, wie sich die Kuppel wölbt. Wie der schlanke Turm in der Sonne liegt. Innen dann die reichen Verzierungen. Die Stille, die sanften und konzentrierten Menschen beim Beten. Und wie toll das klingt, wenn der Muezzin dann seine Gesänge in die Luft schickt.

Was auf Reisen ganz normal ist, darauf kommt in der Heimatstadt keiner: einfach mal in eine Moschee gehen. Natürlich sind nicht alle architektonische Meisterwerke, sondern auch mal ganz schlichte Gebäude, wie sie auch christliche Gemeinden haben. Die kennt man meistens in seiner Nachbarschaft - Moscheen aber, um die macht man einen Bogen.

Wovor haben wir Angst? Dass man rausgeworfen oder gar nicht erst eingelassen wird? Oder schlimmer: dass jeder, der eine Moschee betritt, in einen dunklen Keller geschleift und erst wieder rausgelassen wird, wenn er sich zum Salafismus bekennt? Dabei hat doch erst am Sonntag in Günther Jauchs Talkrunde der Berliner Imam Abdul Adhim Kamouss bewiesen: Es gibt gute Prediger und schlechte. Die schlechten sind aber auch keine Dämonen, sondern bloß stotternde Idioten, die gern Recht haben. So wie in jeder Religion.

Es lohnt sich immer, seine Nachbarn zu treffen. Am Beispiel Moschee lässt sich gut fragen: Wovon gibt es mehr in Deutschland? Radikale Muslime? Oder Menschen, die sich vor etwas fürchten, dass sie nicht einmal kennen?

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