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Brasilien wählt eine Frau

Präsidentin Dilma Rousseff hat mit Marina Silva eine ernsthafte Gegnerin

Berlin. Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff dreht auf. Vier Tage vor den Präsidentschaftswahlen in Brasilien geben ihr mehrere aktuelle Umfragen wieder einen deutlichen Vorsprung vor ihrer Herausforderin Marina Silva. Danach sah es in den vergangenen Wochen nicht aus. Marina Silva, die erst im August als Ersatz für den durch einen Flugzeugabsturz ums Leben gekommenen Eduardo Campos von der sozialistischen Partei (PSB) als Spitzenkandidatin nominiert wurde, hatte zeitweise in den Umfragen gar die Führung übernommen. Die ehemalige Umweltministerin ist im Gegensatz zu Campos landesweit bekannt und ihre fundamentalchristliche Einstellung in Brasilien durchaus kein großes Wahlhindernis. Hinzu kommt eine wirtschaftsliberale Position, die von all den Kreisen goutiert wird, denen die moderaten Eingriffe der PT-Regierungen unter Lula (2003-2011) und seitdem Rousseff bereits zu weit gingen. Da die Wirtschaft zuletzt nur noch niedrige Wachstumsraten aufzuweisen hatte, wünscht die Elite mehr Neoliberalismus.

Rousseff, ehemalige Widerstandskämpferin gegen die Diktatur (1964-85), war anfangs sehr beliebt. Erst während des Fußball Confederations Cup 2013 ließen viele Brasilianer wegen der schlechten öffentlichen Dienstleistungen von Gesundheit über Bildung bis hin zum Nahverkehr ihrem Unmut freien Lauf, mit Abstrichen auch während der Fußballweltmeisterschaft 2014.

Unterstützung verloren hat Rousseff auch beim einstigen Bündnispartner MST, der Landlosenbewegung: »Was die drei PT-Regierungen in Sachen Agrarreform geleistet haben, ist schon sehr enttäuschend«, sagt MST-Koordinator Ulisses Manaças im »nd«. Silva sieht er indes nicht als Alternative: »Marina Silva ist eine integre Person, aber ihre Partei ist ein Haufen von Opportunisten.«

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