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Viel Alt-Elfenbein in der EU

In der Europäischen Union lagere »unwahrscheinlich viel« oftmals altes Elfenbein, sagt Artenschutz-Experte Dietrich Jelden. Er schätzt die Menge auf über hundert Tonnen, schon deshalb, weil Europas frühere, in Afrika engagierte Kolonialmächte Belgien, England, Portugal und Frankreich »am Ende der Kolonialzeit unter anderem viel Elfenbein aus Afrika herausgeschafft haben«.

Doch nicht nur Museen wie das Königliche Museum für Zentralafrika im belgischen Tervuren nahe Brüssel verfügten über größere oder nennenswerte Elfenbeinbestände, sondern auch eine unbekannte Zahl von Privatleuten. Das könne man sich so vorstellen, dass da »bei jemandem im Keller noch ein Stoßzahn herumliegt, den der Opa seinerzeit aus Deutsch-Südwest mitgebracht hat, und der wiegt zwanzig Kilo«, sagt Jelden. »Wer so einen alten Stoßzahn ganz legal nach Fernost verkauft, bekommt 20 000 Dollar dafür, davon kann man sich schon ein Auto kaufen.«

Auf solche Schätze hätten es Elfenbein-Exporteure wie das Bonner Unternehmen Ox-Gallstone abgesehen. Nur zu gerne verkaufen sie europaweit eingekauftes Alt-Elfenbein mit Gewinn weiter, vor allem nach Fernost, meist nach China. »Dieses Exportgeschäft boomt ohne Ende«, sagt Jelden. Zwar dürfe China kein Roh-Elfenbein einführen, das aus der Zeit nach Februar 1976 stammt, als das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) für Afrikas Elefanten in Kraft trat. »Doch Hongkong und Macao sind quasi die Einfallstore für solches Elfenbein nach China; von Hongkong oder Macao sickert es in die Volksrepublik hinein.« W.S.

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