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Messeneuheit

Eine deutsch-deutsche Zeitreise.

  • Von Regine Blöcher
  • Lesedauer: ca. 7.0 Min.

Das ist für unsere armen Brüder und Schwestern im Osten», sagte meine Mutter und zündete zwei Kerzen an, die sie aufs Fensterbrett gestellt hatte. Dann machte sie die Lampe im Zimmer aus. Es war ein trüber Novembersonntagabend in den 1950er Jahren - und «Volkstrauertag». Der Kerzenschein strahlte nach draußen auf die dunkle Straße unseres niedersächsischen Dorfes - und ganz bestimmt darüber hinaus, da war ich mir sicher - denn irgendwo in der Weite jenseits unserer Dorfstraße vermutete ich ihn, den «Osten». In meiner kindlichen Fantasie wuchsen die «Brüder und Schwestern» dort zu einer im Dunkeln vor sich hin dümpelnden Menschenmenge, die mit ihren trüben Augen aus der Ferne hoffnungsvoll zu dem hellen Licht unserer Fensterbank aufblickte - und zu den anderen Fenstern, denn auch die Nachbarn hatten Kerzen aufgestellt.

Wenn vor Weihnachten im Gemeindehaus «für die Zone» gepackt wurde, waren wir Dorfkinder neugierige kleine Zaun...


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