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Dann müssen die Kampfrichter entscheiden

Fabian Hambüchen setzt bei der WM im Reckduell auf seine Stärke: die saubere Ausführung der Übungen

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Fabian Hambüchen ist deutscher Vorturner bei den WM in Nanning (4.-12.10.) Vor der Abreise sprach Ernst Podeswa mit dem Reck-Olympiamedaillengewinner von 2008 und 2012.

Eine WM zwei Jahre vor Rio 2016 - wie ist Olympia schon mit im Spiel?
Es ist die erste Stufe der Olympiaqualifikation, bei der wir unter die besten 24 Mannschaften kommen müssen. Das ist die Teilnahmeberechtigung für die Weltmeisterschaften 2015 in Glasgow, wo dann ein Rang unter den stärksten Acht die Voraussetzung für den Mannschaftsstart bei den Spielen 2016 in Brasilien bedeutet.

Gibt es nun in China wegen der Ausfälle von Marcel Nguyen und Matthias Fahrig im Team Sorgen?
Die Ausfälle sind bitter. Eine Platzierung unter den ersten 24 sollte dennoch kein Problem sein. Wir haben trotz der Verletzungen ein gutes Team beisammen. Das Turnen für die Mannschaft hat erst einmal Priorität.

Sie dürften aber auch im Mehrkampf sowie am Reck gute Aussichten haben?
Da gilt es, sich erst einmal für die Finals zu qualifizieren. Das ist dann die Ausgangsposition für den Kampf um Topränge oder Medaillen.

Der Niederländer Epke Zonderland ist derzeit als Weltmeister und Olympiasieger das Maß der Dinge an Ihrem Lieblingsgerät Reck. Wie gehen Sie in dieses Duell?
Es waren meist sehr knappe Entscheidungen für ihn. Bei der EM hatte ich was Neues probiert und meine Schwierigkeiten aufgestockt. Dabei bin ich aber gestürzt. Nun werde ich nicht versuchen, ihn mit seinen Mitteln - also Höchstschwierigkeiten - zu schlagen, sondern auf meine Stärken setzen. Wir haben deshalb im Training vor allem an der Ausführung der Übungen gefeilt. Da liegt es dann an der subjektiven Bewertung durch die Kampfrichter, was sie höher bewerten - Schwierigkeiten oder saubere Ausführung.

Welche Erinnerungen haben Sie an Ihren ersten Auftritt bei Weltmeisterschaften?
Das war 2003 in Anaheim/Kalifornien. Ich war der Youngster im Team, das wohl 12. wurde. Am Reck habe ich das Finale als Zuschauer erlebt.

Und haben sich danach zu einem der besten Turner der Welt und dem Aushängeschild des Deutschen Turner-Bundes entwickelt. Wie erklären Sie diese langjährige und erfolgreiche Karriere?
Ich habe früh begonnen und offensichtlich nach den Vorstellungen meines Vaters eine gute turnerische Ausbildung erhalten. Ansonsten bin ich ohne gravierende Verletzungen geblieben, was daran gelegen haben könnte, dass wir ökonomisch trainiert haben. Allerdings bin ich selbst erstaunt, so lange auf Topniveau dabei zu sein. Das kann man als Turner so bis Ende 20, Anfang 30 halten. Also habe ich neben viel Erfahrungen mit 27 noch etwas Zeit. Vor dem WM-Start bin ich aber jedes Mal so nervös wie beim ersten Mal.

Merken Sie denn gar keinen körperlichen Verschleiß?
Nach harten Einheiten fühle ich mich mitunter wie ein alter Mann. Da denke ich, es wäre schön, noch mal 20 zu sein. Dann wären die Belastungen leichter wegzustecken - sie sind durch den Trend zu Höchstschwierigkeiten größer geworden. Ich trainiere ökonomischer und gezielter als früher.

Zum Stress aus Training und Wettkämpfen haben Sie noch ein Studium neu begonnen?
Ja, ich wollte nicht mit 30 dasitzen und mich nach Karriereende fragen, was nun? Nach dem Abi hatte ich ein Fernstudium aufgenommen, aber dann abgebrochen. Nach London 2012 habe ich mich an der Sporthochschule Köln für Sportmanagement/Kommunikation eingeschrieben. Im ersten Semester war es eine schwierige Sache, alles zu koordinieren. Im zweiten lief es dann besser. Zweimal die Woche kam mein Vater zum Training nach Köln, zweimal bin ich zum Training nach Hause gefahren. Nach der EM 2013 bin ich dann wegen der Vorbereitung auf Olympia 2016 in mein gewohntes heimatliches Trainingsumfeld zurück.

Nochmals zur WM - wann wäre ein Abschneiden für Sie erfolgreich?
Wenn wir ohne den leider verletzten Marcel Nguyen das Teamfinale erreichen. Erst dann kommen die persönlichen Ziele Finale im Mehrkampf und am Reck.

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