Werbung

Ein verlorenes Jahr

Trauer um Flüchtlinge in Lampedusa / Räumung des DGB-Hauses in Berlin

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Berlin. Kaum ein Tag vergeht, ohne dass ein Boot mit Flüchtlingen an Bord zwischen Europa und Afrika kentert, dass Menschen auf der Flucht aus Krieg und Armut ums Leben kommen. Sie nehmen das Sterben wortwörtlich in Kauf, wenn sie für die Überfahrt in eine friedlichere und vermeintlich bessere Welt zumeist ihr gesamtes Vermögen hergeben. Mehr als 3000 Flüchtlinge sind so schon allein dieses Jahr gestorben, mehr als in den Vorjahren. Die Katastrophe von Lampedusa vor einem Jahr hat daran nichts geändert.

Dieses andere Gesicht des 3. Oktobers - das eines brennenden Holzkahns unmittelbar vor einer Mittelmeerinsel, von Dutzenden um ihr Leben kämpfenden Menschen wenige Meter vor dem rettenden Ufer, das von am Strand angeschwemmten Leichen und Habseligkeiten, jenes Hunderter dunkelbrauner Särge in einem Flughafenhangar - es sorgte für eine erhöhte Aufmerksamkeit für die »Boatpeople«.

Die europäische Flüchtlingspolitik ist aber dieselbe geblieben. Das Sterben auf dem Mittelmeer geht weiter, auch wenn die italienische Regierung mit dem Rettungsprogramm »Mare Nostrum« (Unser Meer) geholfen hat, mehr als 140 000 Migranten sicher an Land zu bringen. Zum Monatsende wird es eingestellt.

»Es ist völlig klar, dass wir helfen müssen«, sagte EU-Parlamentspräsident Martin Schulz am Freitag in Lampedusa. »Schnelle Lösungen« könne er aber nicht versprechen. »Wir haben nicht aus den schrecklichen Ereignissen vom letzten Oktober gelernt«, sagte dagegen UN-Flüchtlingskommissar António Guterres. Sichere Zugangswege nach Europa forderte Grünen-Chefin Simone Peter. Und zu ermöglichen, dass »die Menschen künftig auch in anderen Ländern Asyl beantragen können«. Dass dies viele in Deutschland wollen, ist am Umgang mit Flüchtlingen in Berlin und in manch Asylunterkunft nicht abzulesen. kah

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen