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Gute Nachricht nach langem Schweigen

Hamburger Ebola-Patient ist gesund nach Hause zurückgekehrt

  • Von Thomas Müller, Hamburg
  • Lesedauer: 3 Min.
Er kam in einem Spezialjet, wurde unter großem Medieninteresse in die Uniklinik Eppendorf gebracht und hat nun gesund die Klinik verlassen. Deutschlands erster Ebola-Patient ist wieder zu Hause.

Wochenlang hatte sich das Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf eisern in Schweigen gehüllt, dann kam die gute Nachricht: Deutschlands erster Ebola-Patient hat das Krankenhaus nach fünf Wochen Behandlung als gesunder Mann verlassen. Wie das Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) in Hamburg am Wochenende mitteilte, konnte der Arzt aus Senegal bereits am Freitag gehen. UKE-Professor Ansgar Lohse sagte: »Der mit Ebola infizierte ärztliche Kollege konnte jetzt nach Hause entlassen werden. Er ist in seiner Heimat eingetroffen, gestern; und schon seit einigen Tagen, ja einigen Wochen, auch nicht mehr ansteckend gewesen.«

Der Arzt hatte sich, so die Weltgesundheitsorganisation, beim Einsatz in einem Labor in Sierra Leone infiziert. Am 27. August war er nach Hamburg geflogen worden und kam ins Behandlungszentrum für hochansteckende Erkrankungen am UKE.

Über die Behandlung des ersten Ebola-Patienten in Deutschland war wenig bekanntgeworden. Immer wieder hatte sich die Klinik bei Anfragen auf die Schweigepflicht berufen. UKE-Tropenmediziner Stefan Schmiedel hatte lediglich erklärt, dass die Ärzte nicht auf experimentelle Mittel setzen wollten. Stattdessen wollte man auf die unterstützende Basisversorgung - Schmerztherapie, Fiebersenkung, Flüssigkeitsmanagement - setzen. »Wir glauben, dass durch diese einfachen Maßnahmen bereits die Sterblichkeit deutlich gesenkt werden kann«, hatte Schmiedel betont.

Die Versorgung des Patienten war für das Universitätsklinikum sehr aufwendig. Viele Ärzte und Pfleger mussten sich um ihn kümmern. »Rund um die Uhr befinden sich mindestens ein Arzt und eine Pflegekraft in Schutzanzügen im Sonderisolierbereich hinter der Schleuse«, hatte eine UKE-Sprecherin erklärt. Die Schutzanzüge und alle Gebrauchsgegenstände wurden den Angaben zufolge nach der Verwendung sterilisiert und verbrannt. So wurde eine Gefährdung für die Umwelt ausgeschlossen. Behandelt wurde der Mann auf einer Sonderisolierstation, die über ein eigenes Schleusensystem verfügt, und aus der Luft nicht nach außen gelangen kann.

Ein zweiter in Deutschland aufgenommener Ebola-Patient wird seit Freitag in der Frankfurter Universitätsklinik behandelt. Zum Gesundheitszustand des Mediziners aus Uganda, der sich ebenfalls in Sierra Leone infiziert hatte, machte die Klinik keine Angaben. Lohse, Direktor der Inneren Medizin am UKE, kündigte einen engen Erfahrungsaustausch mit den Frankfurter Kollegen an. »Genauso wie wir davon profitiert haben, dass wir mit den Kollegen, die Ebola-Patienten schon behandelt hatten, einen engen Dialog gepflegt haben, so pflegen wir diesen natürlich auch mit denjenigen, die jetzt wieder Patienten behandeln und geben unsere Erfahrung weiter.«

Eine gute Nachricht kam auch aus Paris: Dort verließ eine junge französische Ebola-Patientin nach zweiwöchiger Behandlung das Krankenhaus geheilt. Die Krankenschwester, eine Mitarbeiterin von »Ärzte ohne Grenzen«, hatte sich in Liberia angesteckt.

Der Zustand des Ebola-Patienten in Dallas im US-Staat Texas hat sich dagegen weiter verschlechtert. Er werde nun als »kritisch« eingestuft, sagte ein Sprecher des Texas Health Presbyterian Krankenhauses. dpa/nd

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