Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Haitis Ex-Diktator gestorben

Menschenrechtler fordern, Komplizen von Duvalier zur Rechenschaft zu ziehen

Tausende Menschen wurden unter dem Regime von Haitis Ex-Diktator Duvalier verfolgt, verschleppt oder getötet. Präsident Martelly fand nach seinem Tod dennoch versöhnliche Worte.

Port-au-Prince. Rund vier Jahre nach seiner Rückkehr aus dem Exil ist Haitis Ex-Diktator Jean-Claude Duvalier in seiner Heimat gestorben. Der 63-Jährige, der nach seiner Vertreibung knapp 25 Jahre in Frankreich gelebt hatte, starb in Port-au-Prince an Herzversagen. Trotz seiner blutigen Herrschaft von 1971 bis 1986 bezeichnete Staatschef Michel Martelly ihn als »authentischen Sohn« Haitis. »Liebe und Versöhnung müssen immer unsere internen Streitereien überwinden. Auf dass Deine Seele in Frieden ruhe«, schrieb Martelly auf Twitter über Duvalier. Menschenrechtler sprachen hingegen von einer vertanen Chance für die Gerechtigkeit.

Duvalier, genannt »Baby Doc«, erklärte sich 1971 zum »lebenslangen Präsidenten« und regierte den Karibikstaat rund 15 Jahre bis 1986. Nach seinem Sturz ging er nach Frankreich ins Exil. Im Januar 2011 kehrte er überraschend nach Haiti zurück. Jean-Claude hatte im April 1971 von seinem Vater François Duvalier, genannt »Papa Doc«, ein Terrorregime in dem Karibikstaat übernommen und wurde 1986 durch einen Aufstand entmachtet. Das fast 30 Jahre währende Regime der beiden Duvaliers kostete - vor allem in der Zeit des Vaters - Tausende Menschen das Leben. Während der Amtszeit von Duvalier Junior soll er Hunderte Millionen Dollar auf Privatkonten geschafft haben.

Menschenrechtler hatten stets an die Gräueltaten und Verbrechen unter Duvaliers Herrschaft erinnert und seine Verurteilung angemahnt. Die Menschenrechtsorganisation »Human Rights Watch« sprach am Samstag von einer verpassten Chance, den Opfern Duvaliers Gerechtigkeit zu verschaffen. Das »Kollektiv gegen Straffreiheit« sprach sich gegenüber der haitianischen Nachrichtenagentur »AlterPresse« am Samstag (Ortszeit) zufolge dafür aus, dass nun Helfer und Komplizen zur Verantwortung gezogen werden und die juristische Aufarbeitung weitergeht. Agenturen/nd

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln