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»Viele Menschen wollen gegen aktuelle Kriege aktiv werden«

Am Wochenende trafen sich in Hannover rund einhundert Friedensbewegte zu einer Aktionskonferenz

Susanne Grabenhorst ist Vorsitzende der deutschen Sektion der IPPNW (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung e.V.) und hat die Aktionskonferenz mitorganisiert. Mit Grabenhorst sprach Michael Schulze von Glaßer nach der Konferenz in Hannover.

Krieg in der Ukraine, Krieg in Nordirak und sogar deutsche Waffenlieferung in die Krisenregion - doch von der Friedensbewegung ist kaum etwas zu hören. Warum gibt es keine großen Proteste?
Es gibt lokale Veranstaltungen und Proteste, sie erreichen aber nicht so viele Menschen wie zum Beispiel im Vorfeld des Irakkrieges und werden oft trotz ihrer Qualität von den Medien wenig beachtet. Große Protestaktionen brauchen eine Vorbereitungszeit und eine intensive Netzwerkarbeit.

Zudem gibt es gerade in diesem Jahr ständig neue Konfliktlagen, was eine große Herausforderung für Recherche, Informationsarbeit und Positionsbestimmung bedeutet. Wir glauben aber, dass es viele Menschen gibt, die gegen die aktuellen Kriege sehr viel mehr machen möchten, und deswegen haben sich Friedensbewegte aus der ganzen Republik am Wochenende in Hannover bei einer Aktionskonferenz getroffen.

Und nun herrscht Aufbruchsstimmung?
Ja, Aufbruchsstimmung in dem Wissen, dass wir uns einiges vorgenommen haben und darauf angewiesen sind, dass unsere Aufbruchsstimmung auch viele andere erfasst. Wir sind die Aktionskonferenz sehr offen angegangen und gehen nun mit guten Plänen in unsere Gruppen und Organisationen zurück. Ob alles klappt, wird sich zeigen.

Wir planen eine Aktionswoche vom 9. bis 14. Dezember mit dezentralen Demonstrationen am 13. Dezember in Berlin, Hamburg, München, Düsseldorf und Leipzig. Der Tag der Menschenrechte am 10. Dezember soll ein »Friedensfahnen-Tag« werden, an dem »Pace«-Fahnen in den Regenbogenfarben und andere Friedensfahnen das Bild prägen. Es wird zwar eine bundesweite Koordination geben, wie genau der Protest aussehen wird und welchen Schwerpunkt er haben wird, liegt in der Hand der Gruppen vor Ort.

Werden sich die Protestaktionen gegen den Krieg in der Ukraine oder den im Nordirak richten?
Wir greifen keinen einzelnen Krisenherde heraus, sondern wollen übergreifend den dringend notwendigen Politikwechsel fordern - hin zu einer Politik der Kooperation statt Konfrontation. Das bedeutet unter anderem keine Waffenlieferungen, keine Militärinterventionen, keine NATO-Kriegspolitik.

Stattdessen braucht es Verhandlungen, zivile Konfliktbearbeitung und humanitäre Hilfe. Für die Weiterarbeit nach der Aktionskonferenz haben wir verschiedene Arbeitsgruppen gebildet, die in den nächsten Wochen das genaue Motto und den Aufruf ausformulieren und die Pressearbeit koordinieren werden.

Im kommenden Jahr findet in Deutschland der alljährliche G7-Gipfel statt. Wird die Friedensbewegung auch dagegen mobilisieren?
Der Gipfel findet erst im Juni statt, auf der Aktionskonferenz wurde erst einmal über das nächste halbe Jahr gesprochen. Im Frühjahr 2015 soll erst einmal intensiver zur »Sicherheitskonferenz« nach München mobilisiert werden, wo sich Militärs, Politikerinnen und Politiker und die Rüstungsindustrie treffen. Am 8. und 9. Mai 2015 wird es zum 70. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs in Europa eine Groß-Aktion in Berlin geben. Auf einer weiteren Aktionskonferenz im März werden wir die Friedensaktionen, die bis dahin stattgefunden haben, evaluieren und das weitere Vorgehen besprechen - auch die Mobilisierung gegen den G7-Gipfel in Bayern.

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