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Dschihadisten vorerst gestoppt

Schwere Gefechte um syrische Kurdenstadt Kobane / Anschläge in Irak

Noch widersteht Kobane in Syrien den Angriffen der Terrormiliz. Derweil verstärken sich die Kämpfe und Attentate in Irak.

Kobane. Der Vorstoß der Dschihadisten in der umkämpften nordsyrischen Grenzstadt Kobane ist von den kurdischen Verteidigern offenbar vorerst gestoppt worden. Die Extremistengruppe »Islamischer Staat« (IS) kontrolliere nach wie vor etwa 40 Prozent der Kurdenhochburg an der Grenze zur Türkei, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Sonntag mit. Der IS sei in Kobane seit der Eroberung des Hauptquartiers der kurdischen Milizen am Freitag nicht weiter vorgerückt, sagte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman. Um die Schlacht für sich zu entscheiden, habe der IS Kämpfer aus den Provinzen Rakka und Aleppo abgezogen und nach Kobane beordert. Allein am Samstag wurden demnach mindestens 36 IS-Kämpfer getötet.

Die IS-Kämpfer hatten am Freitagvormittag die Kommandozentrale der kurdischen Volksverteidigungseinheiten erobert. In der Nacht zum Samstag versuchten sie, vom Süden aus weiter in das Zentrum vorzustoßen. In einem anderthalbstündigen Gefecht schlugen die kurdischen Kämpfer die Angreifer laut der Beobachtungsstelle, die sich auf ein dichtes Netz von Informanten in Syrien stützt, aber zurück.

Nach UN-Schätzungen befinden sich noch immer etwa 12 000 Zivilisten in und um Kobane. Der UN-Syrien-Sondergesandte Staffan de Mistura warnte vor einem Massaker, sollte Kobane fallen. Bislang flohen etwa 180 000 Syrer wegen der Schlacht um Kobane in die Türkei. Die Europäische Union bewilligte Hilfsgelder im Umfang von 3,9 Millionen Euro für die Flüchtlinge.

De Mistura forderte Ankara auf, die Kurden in Kobane mit »allen Mitteln« zu unterstützen, zumindest aber freiwillige türkische Kurdenkämpfer samt Waffen die Grenzen passieren zu lassen. Ankara bremst bislang die Ausreise türkischer Kurdenkämpfer. Bei Kurdenprotesten wurden in der Türkei in den vergangenen Tagen mehr als 30 Menschen getötet. Bis zum Wochenende ebbten die Proteste weitgehend ab.

Derweil sind bei einer Reihe von Anschlägen in Irak mindestens 33 Menschen getötet worden. Mindestens 25 Menschen starben nach Armeeangaben am Sonntag bei der Detonation von drei Autobomben im Ort Kara Tapah in der an Iran grenzenden Provinz Dijala. Ein Vertreter der kurdischen Sicherheitskräfte bezifferte die Zahl der Toten auf 27. Zahlreiche Menschen wurden verletzt. Die meisten Opfer waren demnach Veteranen der kurdischen Peschmerga-Miliz, die gegen die Dschihadistenorganisation »Islamischer Staat« kämpfen wollten.

Die Anschläge richteten sich gegen das Rathaus der Stadt, gegen ein Gebäude kurdischer Sicherheitskräfte sowie gegen das örtliche Büro der Kurdenpartei PUK, wie der bei dem Attentat leicht verletzte Bürgermeister Wahab Ahmed berichtete. Die nahegelegene Stadt Dschalaula ist Schauplatz heftiger Gefechte zwischen IS-Kämpfern und irakischen Sicherheitskräften, die von kurdischen und schiitischen Milizen unterstützt werden. Mindestens sieben Menschen starben am Sonntag bei der Explosion zweier Bomben in Dijalas Provinzhauptstadt Bakuba.

In der ebenfalls umkämpften westirakischen Provinz Anbar wurde ein Polizeichef getötet. General Ahmed Saddag sei bei der Explosion eines Sprengsatzes ums Leben gekommen, als sein Konvoi nahe der Provinzhauptstadt Ramadi unterwegs gewesen sei, sagte der Vizepräsident der Regionalversammlung von Anbar, Faleh al-Issawi. Nach Angaben eines Polizeivertreters wurden zudem vier Polizisten verletzt. Saddag leitete der Polizei zufolge einen Einsatz gegen IS-Kämpfer in der Ortschaft Twei. Die mehrheitlich von Sunniten bewohnte Provinz Anbar gehört zu den Hochburgen des radikalsunnitischen IS in Irak. Agenturen/nd

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