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Eine Brücke ins Jetzt?

Neue Wende-Ausstellung in der Bernauer Straße

Die Bernauer Straße in Berlin wurde nach dem 13. August 1961 durch die Mauer in Ost und West getrennt. Nun wird zum 25. Jahrestag des Mauerfalls in der zentralen Mauer-Gedenkstätte in Berlin eine neue Dauerausstellung präsentiert. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) werde am Vormittag des 9. November die umfassende Schau im modernisierten Dokumentationszentrum eröffnen, sagte der Direktor der Mauer-Stiftung, Axel Klausmeier. Drei Millionen Euro wurden in Sanierung und Ausstellung investiert. Das Haus war rund ein Jahr geschlossen. Auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) werden zur Eröffnung erwartet.

Auf mehr als 400 Quadratmetern werden die Geschichte von Mauerbau und -fall bis zur Wiedervereinigung sowie Schicksale von Menschen tiefer beleuchtet, wie Klausmeier sagte. Die bisherige Ausstellung habe sich nur auf den Mauerbau konzentriert. »Wir schlagen die Brücke ins Jetzt. Gerade junge Menschen können etwas lernen über Diktatur und Demokratie. Für viele ist die deutsche Teilungsgeschichte doch so weit weg wie Pompeji«, meinte der Historiker. »Wir haben einen politischen Bildungsauftrag.«

Zudem sei nach sechs Jahren auch die Erinnerungslandschaft auf dem früheren »Todesstreifen« an der Bernauer Straße komplett, so Klausmeier. Im Gedenkstättenkonzept des Berliner Senats waren für den Aufbau des Erinnerungsortes an der Bernauer Straße insgesamt 27 Millionen Euro vorgesehen. »Wir sind im Zeit- und Kostenrahmen geblieben«, so der Stiftungs-Direktor.

In der Bernauer Straße spielten sich nach dem Mauerbau 1961 dramatische Szenen ab. Die Häuser gehörten nun zum Osten, der Bürgersteig zum Westen. Menschen versuchten in den ersten Tagen noch, aus den Fenstern ihrer Wohnungen in die Freiheit zu springen.

Die Erinnerungslandschaft unter freiem Himmel erstreckt sich nunmehr über eine Länge von 1,4 Kilometern und vermittelt auf knapp fünf Hektar einen Eindruck von der Dimension der DDR-Grenzanlagen. Reste davon wurden freigelegt, ebenso Fundamente einstiger Wohnhäuser.

Entlang dem früheren Postenweg, auf dem Grenzsoldaten patrouillierten, gibt es Informationsstelen und -tafeln. Mit einem Fenster der Erinnerung werden die Mauer-Opfer gewürdigt. In der Kapelle der Versöhnung wird der Toten gedacht. Dort ist am 9. November laut Stiftung auch ein ökumenischer Gottesdienst geplant.

Immer mehr Interessierte kommen laut Stiftung, die vom Bund und dem Land Berlin finanziert wird, zur Bernauer Straße, wo auch original erhaltenene Mauerteile zu sehen sind. Bislang wurden fünf Millionen Besucher gezählt. Allein 2013 besuchten mehr als 800 000 Menschen den historischen Ort, darunter zunehmend Schulklassen. Etwa 60 Prozent der Besucher reisten aus dem Ausland an, hieß es.

Am Jahrestag des Mauerfalls steht die Gedenkstätte ab 14 Uhr allen Besuchern offen, betonte Klausmeier. Auch Zeitzeugengespräche und Führungen seien geplant. dpa/nd

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