Gymnastik zu Geräuschen

DJ Marcelle mixt alles

  • Von Thomas Blum
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

In Zeiten wie den unseren, in denen nur noch freiwillig das Radio anschaltet, um Musik zu hören, wer sich gerne schweren, schmerzhaften Bestrafungen unterzieht, und in denen Musik einem unaufhörlichen Prozess der Verdorfdeppisierung unterworfen ist und das Ziel die Herstellung totaler Konformität, ist das Hören der sagenhaften Platten von DJ Marcelle wie eine abenteuerliche Expedition in eine zauberische Parallelwelt: Wir hören Geplapper von alten Meditations- und Heimgymnastik-Schallplatten (»Unsere Haut wird rosig und straff und unser Aussehen verjüngt«) aus den 60er Jahren, orientalische Hochzeitsstampfmusik, Jazz-Fetzen, Volksmusik aus Westafrika und etwas, das wie skelettierte Blasmusik klingt. Ein Drum ’n’ Bass-Gewitter verschwindet so rasch, wie es gekommen ist, und macht Platz für tropfende Wasserhähne, Kirchenglocken, Klavierimprovisationen, einen aus Störgeräuschen komponierten Stotterbeat und rit...


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