Kassensturz, Ideensturz

Peter Sloterdijk und sein Buch über »Die schrecklichen Kinder der Neuzeit«

  • Von Hans-Dieter Schütt
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.

Es bleibt berückend, wie sich in den Büchern dieses Philosophen alles scheinbar Gesicherte zu einer Quelle der Überraschung wandelt. Peter Sloterdijk hat eine Lust am Fabulieren, die von seiner Lust an Sprache nicht zu trennen ist. Und so entsteht Wahrheit, ja!, auch durch die notgedrungene Verbesserung eines Satzes aus Gründen der höheren Klangkultur.

Wenn man Sloterdijk liest, wird einem mehr denn je bewusst, warum ein bestimmter Typ der sogenannten wissenschaftlichen Weltbetrachtung stets an einem entscheidenden Stoff scheiterte: am Wesen der Kunst. Denn instrumentelles Denken kennt nur die zurichtende Nutzbarmachung, nicht die Impulskraft des Unbegreiflichen. So, wie im Kern dieses Denkens keine wirklich ungebrochene, unverkrampfte Freude an der Vielfalt entwickelt werden kann - so wird meist auch die Kunst einem betont rationalen Erziehungs- und Bildungszweck unterworfen. Der keine Fühler auszufahren vermag fürs Geheimnis...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.