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AfD-Spitze will HoGeSa-Anhänger ausschließen

Rechtspartei verurteilt Ausschreitungen von Hooligans und Rechtsradikalen / Linkenchef Riexinger: Ganze AfD stehe rechter Szene »näher als dem Grundgesetz« / Bundesliga-Vereine verbieten HoGeSa-Symbole

Berlin. Die Führung der Rechtspartei Alternative für Deutschland hat angekündigt, Ausschlussverfahren gegen Parteimitglieder einzuleiten, die mit gewalttätigen Demonstranten und rechten Hooligans sympathisieren. Der »Neuen Osnabrücker Zeitung« sagte AfD-Chef Bernd Lucke mit Blick auf rechte Aufmärsche und Krawalle unter dem Label »Hooligans gegen Salafisten«, man habe »mehrfach betont, dass jedes Mitglied, das mit diesen gewalttätigen Demonstrationen sympathisiert, billigt, teilnimmt oder gar unterstützt mit einem Ausschlussverfahren zu rechnen hat«.

In einem Rundschreiben der Bundes- und Landessprecher der AfD an die Mitglieder heißt es, »die AfD verurteilt die Ausschreitungen von Hooligans und Rechtsradikalen im Rahmen der antisalafistischen Demonstrationen in Köln. Die AfD distanziert sich entschieden von den sogenannten HoGeSa-Initiativen, die den Schulterschluss mit Rechtsradikalen suchen und auch vor Gewalt gegen die Polizei nicht zurückschrecken«.

Der Vorsitzende der Linkspartei, Bernd Riexinger, reagierte mit beißendem Spott auf die Ankündigung Luckes. Die ganze Alternative für Deutschland stehe der rechten HoGeSa-Szene »näher als dem Grundgesetz«, so Riexinger auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Mit Blick Luckes Ankündigung meinte der Linkenchef: »Also Selbstauflösung der AfD?«

Am Dienstag hatte bereits die Linkenvorsitzende Katja Kipping in Richtung AfD kritisiert, »solange Hooligans in Nadelstreifen wie die aus der AfD das politische Klima mit rechten und ausländerfeindlichen Parolen vergiften, muss man sich nicht wundern, wenn sich rechte Gewaltbanden ermutigt fühlen«. Nötig sei ein Bündnis über die Parteigrenzen hinweg, das sich nicht nur der rechten Gewalt, »sondern auch dem demagogischen Gift der AfD entgegenstellt«.

Daraufhin hatten führende AfD-Politiker Kipping scharf attackiert und ihr »Hirnlosigkeit« vorgeworfen. Parteivize Olaf Henkel sagte, »ebenso gut könnte man Frau Kipping `Stalin im Dirndl` nennen, wohl wissend, dass sie weder das eine ist noch das andere trägt«. Weder der Vorsitzende Lucke »noch ich noch sonst ein Mitglied der AfD trägt Nadelstreifen, noch haben wir uns je betrunken in Fußballstadien aufgehalten und Straßenschlachten geliefert, was ja traditionell ein Privileg der Linken ist«.

Nach Fortuna Düsseldorf haben derweil drei weitere Bundesligavereine Kleidung und Symbole der »Hooligans gegen Salafisten« in ihren Stadien verboten. Das berichtet die »Neue Osnabrücker Zeitung«. Ein explizites Verbot haben der 1. FC Nürnberg, der SC Paderborn und der FC Schalke 04 eingeführt. Weitere Vereine prüfen laut »NOZ« kurz vor Anpfiff des zehnten Spieltags in der Fußball-Bundesliga ähnliche Schritte. Sie wollen demnach Kleidung und Symbole der Gruppe »Hooligans gegen Salafisten« (Hogesa) in ihrem Stadion nicht dulden. nd/mit dpa

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