Angriff auf die Erinnerung

Diebstahl in der KZ-Gedenkstätte Dachau geschah in direkter Nachbarschaft zur Polizei

  • Von Rudolf Stumberger
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Nach dem Diebstahl der Tür mit dem Schriftzug »Arbeit macht frei« aus dem ehemaligen KZ Dachau ist das Entsetzen über die Tat groß. Die Polizei ermittelt in alle Richtungen.

Wer immer die Täter waren, die das Tor in der KZ-Gedenkstätte Dachau in der Nacht vom 1. auf den 2. November stahlen, sie müssen mit enormer »krimineller Energie« vorgegangen sein. So jedenfalls die Einschätzung von Dirk Riedel, Historiker der Gedenkstätte. Die Diebe mussten erst ein eisernes Flügeltor überwinden, um in die Gedenkstätte einzudringen. Dann hebelten sie die kleinere Eisentür des großen Tores mit der Aufschrift »Arbeit macht frei« aus den Angeln, trotz der dort angebrachten Sicherungen. »Diese Eisentür ist ziemlich schwer«, so Riedel, deshalb geht er davon aus, dass es sich um mehrere Täter gehandelt habe. Denn diese mussten das Eisentor anschließend noch über eine weitere Umzäunung hieven, der Abtransport erfolgte dann wohl mit dem Auto.

»Diese Tat«, so der Historiker, »schädigt diesen Gedenkort massiv«. Denn Tor und Inschrift seien ein Symbol für die Geschichte des Konzentrationslagers gewesen. So sind die Reak...


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