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Das Partytier wecken

Angelique Kerber will die deutschen Tennisspielerinnen zum Fed-Cup-Titel führen

  • Von Ulrike Weinrich und Cai-Simon Preuten, Prag
  • Lesedauer: 3 Min.

Angelique Kerber bevorzugt die leisen Töne. Die deutsche Nummer eins der Tennisspielerinnen ist eher introvertiert und bescheiden. Bestimmte Umstände am Wochenende könnten allerdings das Partytier in »Angie« wecken. »Wenn wir wirklich gewinnen sollten, dann lassen wir es so richtig krachen«, kündigte die 26-jährige vor dem Fed-Cup-Finale am kommenden Sonnabend und Sonntag gegen Gastgeber Tschechien in Prag an.

Eine Herausforderung wird es diesbezüglich sein, die denkwürdige Schlafanzugfete zu übertreffen. Nach dem Halbfinalerfolg in Australien (3:1) im April hatten die Spielerinnen um Kerber, Andrea Petkovic (Darmstadt) und Co. die gesamte Strecke von 16 109 Kilometern im Pyjama-Outfit zurückgelegt. »Aber ich verspreche, dass wir auch das toppen werden, wenn alles gut läuft«, sagte die Kielerin und fügte an: »Wir wollen den Pott nach Hause holen. Das wäre der Wahnsinn, ein Highlight meiner Karriere.«

Doch Kerber ist Realistin genug, um zu wissen, dass es bis zum Gipfel der Gefühle noch ein weiter Weg ist. Und der Wimbledon-Halbfinalistin von 2012 kommt dabei vielleicht die entscheidende Bedeutung zu. Ein Umstand, der ihr Respekt, aber längst keine Angst mehr einflößt. »Ich fühle mich mittlerweile wohl in der Rolle, die Nummer eins zu sein und das Team anzuführen«, meinte Kerber. Bester Beweis: In dieser Fed-Cup-Saison ist die Linkshänderin bei vier Siegen noch immer ungeschlagen.

Auch Teamchefin Barbara Rittner macht die Entwicklung von Kerber auf und abseits des Platzes spürbar Freude. »Wenn sich Angie im Kreis der Mannschaft wohlfühlt, dann geht sie richtig auf, und dann übernimmt sie inzwischen auch bereitwillig eine Hauptrolle«, erklärte Rittner. Und das macht Kerber auf eine ihr typische Weise: »Für alle sichtbar, aber trotzdem leise«, wie Rittner es beschreibt.

Damit ist Kerber die ideale Ergänzung zur extrovertierten Petkovic, mit der sie eng befreundet ist. Die lebhafte Hessin hatte die stille Norddeutsche einst sogar davon abgehalten, die Karriere nach einer Niederlagenserie vorzeitig zu beenden. Kerber wird Petkovic alleine deshalb auf ewig dankbar sein. Zwischen das kongeniale Duo passt auch in den Tagen von Prag kein Blatt Papier. »Angie ist eine ganz liebe Person. Ich bewundere sie für ihre Disziplin und ihren Kampfgeist«, sagte »Petko« über die Nummer zehn des WTA-Rankings.

Seit knapp drei Jahren steht Kerber nun schon in den Top 10 und beweist die Konstanz, die beispielsweise einer Sabine Lisicki (Berlin) fehlt. Beim WTA-Finale in Singapur vor zwei Wochen blieb der Kielerin nach zwei Teilnahmen zwar diesmal nur die Rolle als Ersatzspielerin. Doch Kerber lässt sich von Rückschlägen längst nicht mehr so schnell entmutigen wie früher. »Nächstes Jahr will ich dort wieder dabei sein. Und zwar auf dem Tennisplatz«, meinte Angelique Kerber kämpferisch.

Blickt die stets selbstkritische Kerber auf die Saison zurück, so ist sie einigermaßen zufrieden. Was die Kämpfernatur allerdings immer noch wurmt, sind die vier Finalniederlagen 2014. Besonders ihr zweiter Aufschlag bleibt ein Schwachpunkt. »Ich glaube trotzdem, dass die beste Phase noch vor mir liegt«, meinte sie.

Im Spitzeneinzel am Sonntag wartet Wimbledonsiegerin Petra Kvitova auf die Deutsche. »Alles ist möglich«, sagt Kerber. Vielleicht auch schon mit Blick auf eine mögliche Siegesparty. SID/nd

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